Es steht außer Frage: Smartphones gewinnen für den modernen Weltenbummler von heute immer mehr an Bedeutung. Tendenz: steigend! Und die Möglichkeiten, Smartphones in die Urlaubsplanung zu integrieren, sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Ein Artikel von Ingo Paszkowsky

Handy Strand Urlaub

Winter. Draußen ist es grau und kalt. Ich bin wirklich urlaubsreif, entfährt es mir. Sofort meldet sich mein Smartphone und bestätigt mir, dass ich schon länger nicht verreist war. „Soll ich für dich eine Reise planen?“ „Wie lange möchtest du vereisen?“. Ich habe nur einige Tage Zeit, möchte nicht ewig lange fliegen, aber auf jeden Fall in die Wärme. „Dann lautet meine Empfehlung die Kanaren, zur Zeit gibt es auch viele interessante Sonderangebote, die du dir anschauen solltest.“ Ich erfahre, dass ein neues 5-Sterne-Resort eröffnet hat und mit günstigen PreiseHandy im Urlaubn lockt. Der Hotel-Manager begrüßt mich namentlich in deutscher Sprache in einem 360-Grad-Video. Führt mich durch das Hotel, zeigt mir den Pool-Bereich und mehrere Zimmer mit Meerblick zur Auswahl. Er beantwortet alle meine Fragen zur zu meiner Zufriedenheit. Zum Abschluss lasse ich mir noch die Restaurants und den Frühstücksaal zeigen. Ich winke ab, obwohl die Angebotspreise wirklich günstig sind. Aber mit 400 oder 500 Personen gemeinsam zu frühstücken ist nicht meine Welt.

Schließlich findet mein Smartphone nach einigen kurzen Dialogen doch etwas, was mir gefällt. Ich werde auf der Insel La Palma einen gemischten Erholungs- und Erlebnistrip absolvieren. Was mir die freundliche Mitarbeiterin vom Tourismus-Office offerierte und zeigte, hat mich überzeugt: Eine eindrucksvolle Landschaft, das von einer Familie geführte Hotel und auch die ausgelassene Stimmung auf dem Karneval. Sie verweist auch auf die vielen positiven Bewertungen in verschiedenen Portalen. Schließlich gibt sie mir noch den Hinweis: Zum Karneval in La Palma, bei dem jeder jeden mit Babypuder überschüttet, unbedingt helle Sachen mitnehmen, die ich wieder auswaschen kann. Dieser Tipp ist wirklich Gold wert, stellt sich später heraus.phone-1149925_1920

Zudem, wenn ich innerhalb der nächsten zehn Minuten buche, erhalte ich fünf Prozent Rabatt.

Natürlich weiß ich, dass ich nicht direkt mit dem Hotel-Manager und der Mitarbeiterin des Tourismus-Unternehmens gesprochen habe, sondern ihre Antworten auf mögliche Fragen der Kunden vorab aufgezeichnet wurden – es fühlte sich allerdings so an als ob.

Hotels von morgen: Zimmerservice durch Roboter

Ich erteile meinem Handy die Order. Kurz darauf meldet sich die Bank-App meiner Kreditkarte. Sie nennt mir die Höhe des Betrages und weist darauf hin, dass ich mit diesem Unternehmen bisher keine Geschäfte gemacht habe. Die Bonität des Reiseanbieters ist aber gut bewertet, das hat meine Bank bereits ermittelt. Auf die Frage, ob ich die Abbuchung gestatten möchte, sage ich „Ja“. Ich muss keine Pin eingeben oder mich anders autorisieren, denn die Bank-App verifiziert mich über meine Stimme und zusätzliche per Handy-Kamera.

Zukunftsmusik? Ja, aber nicht so ferne. Denn viele der genannten Features funktionieren in Ansätzen bereits jetzt oder sind in der Erprobungsphase.

Weiter geht es in der (nahen) Zukunft.

Die kompletten Reiseunterlagen sind auf meinem Smartphone angekommen. Eigentlich würde ich gerne etwas darin herumstöbern, aber ich habe die Tage viel Arbeit, die ich unbedingt vor meinem Trip erledigen muss. So hätte ich es fast vergessen, dass ich noch Sonnenschutzlotion kaufen muss. Rechtzeitig erinnert mich mein Smartphone daran und zeigt mir den nächstgelegenen Shop, der meine Lieblingsmarke führt. Außerdem ist heute Abend Kofferpacken angesagt. Was in den Koffer gehört, sagt mir mein Smartphone ebenfalls, denn ich habe unter Anleitung der „Pack“-Software für verschiedene Reiseanlässe Listen erstellt. Außerdem besitze ich von allen Reise-Gegenständen Fotos. Das erleichtert für den Fall der Fälle die Schadensregulation durch die Versicherung.

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Heute, an meinem Reisetag, werde ich sanft mit Musik geweckt. Kurz danach wird die Beleuchtung langsam hell gedimmt. Mein Handy informiert mich über das Wetter hier und an meinem Urlaubsort, dass mein Flug planmäßig geht und ich bereits eingecheckt bin. Ich verlasse die Wohnung und gehe zur Bushaltestelle. Mein Smartphone, das mit meinem Smart Home verzahnt ist, teilt der Hausautomation meine Abwesenheit mit. Die Heizung wird heruntergefahren und das wird WLAN abgeschaltet. Lediglich das Licht in der Wohnung geht in den folgenden Tagen zu unterschiedlichen Zeiten an, um potentielle Einbrecher abzuschrecken.

Der Bus kommt. Ach ja schon länger, steuert ihn kein Busfahrer mehr. Er fährt autonom. Ich halte mein Smartphone an die Zahlstelle. Die Übertragung der Daten erfolgt über NFC (Near Field Communication). Weil meine Reise-App mich bereits vorab bei dem Nahverkehrsunternehmen angekündigt hat, erfahre ich per Nachricht, dass der Flughafen wegen eines Staus voraussichtlich fünf Minuten später erreicht wird, aber es zeitlich für mich kein Problem sein wird. Außerdem wird mir das Abfluggate mitgeteilt.

In 90 Minuten um die Welt mit dem SpaceLiner

Die Sicherheitskontrollen gibt es nach wie vor, auch meinen Ausweis muss ich noch vorzeigen. Es wird diskutiert, ob er nicht auch künftig durch das Smartphone ersetzt werden kann.instagram-1451137_1920

Im Flieger habe ich dann endlich Zeit, mich etwas ausführlicher auf mein Urlaubsziel vorzubereiten. Ich sehe mir bei meinem vorbestellten vegetarischen Essen Videos von der Natur, den Sehenswürdigkeiten und dem Karneval an. Und dann buche ich bei Jürgen, einem Botaniker, der schon lange auf der Vulkaninsel lebt, eine geführte Wandertour, um die endemische Tier- und Pflanzenwelt zu erleben. Natürlich sind inzwischen alle Flugzeuge, auch auf Kurz- und Mittelstrecken, mit schnellem WLAN ausgestattet.

In La Palma angekommen, nehme ich mein Gepäck in Empfang. Derweil habe ich eine Nachricht vom Hotel erhalten, dass mein Shuttle bereitsteht. Auch ein Foto des Fahrers ist dabei. Das bräuchte ich nicht wirklich, denn mein Smartphone zeigt mir den Weg zum Shuttle.

Hotel und Zimmer entsprechen hundertprozentig den gemachten Angaben und meinen Erwartungen. Endlich URLAUB!

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P.S. Wird das Smartphone der (nahen) Zukunft so aussehen wie unsere heutigen Handys? Jein, denn es wird sowohl Smartphones geben, die im Aussehen den Handys ähneln, aber auch völlig neue Formen. Bereits relativ gut bekannt, sind die Fitnessarmbänder oder die VR-Brillen (Virtual Reality). Sie werden künftig vollwertige Smartphones sein. Die Alleskönner werden über biegsame oder ausrollbare Displays verfügen, sie werden Bilder und Videos in 3D anzeigen oder projizieren können. Außerdem werden die Smartphones neue, zusätzliche Eigenschaften besitzen, beispielsweise werden sie riechen können.

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