40 Kilometer lang ist die Skirundtour, die mit Hilfe von modernen Liftanlagen einmal rund um das Sella Massiv führt. Eine körperliche Herausforderung mit unvergesslichen Bergblicken.

Der Name „Sella Ronda“ bedeutet soviel wie „Runde ums Sellamassiv“ und kommt aus dem Ladinischen. Eine alte rätoromanische Sprache, die in einigen Dolomitentälern heute noch offiziell als Amtsprache (neben Italienisch und Deutsch) gilt. Gesprochen wird sie zB in Wolkenstein im Grödnertal, einer der Startpunkte für die Skirundtour.

Die Runde erstreckt sich von Südtirol bis in die italienische Region Venezien. Andere Einstiegspunkte sind so zB Corvara, Arraba oder Canazei. Wo man einsteigt und in welche Richtung man der gut beschilderten Route quer durch die Skigebiete folgt, bleibt jedem selbst überlassen.  Snowboarder wählen dabei am besten die orange markierte Route, welche im Uhrzeigersinn um das Massiv führt und eine Spur weniger flache Stücke vorweist.

Vor 10 Uhr morgens sollte man starten um dann vor 15:30 den letzten der vier am Weg liegenden Pässe überquert zu haben. Vier Stunden sind der inoffizielle Richtwert für die Rundtour, wer besonders schnell und gut trainiert ist schafft sie sogar zweimal am Tag. Täglich fahren sind zu 10.000 Skifahrer auf der Sellaronda unterwegs, das sind pro Wintersaion über eine halbe Million Besucher, die das Sellamassiv einmal umkreist. Um einiges kleiner ist der Kreis der durchtrainierten Sportler die am jählichen Event „Sellaronda Skimarathon“ teilnehmen und die gesamten Höhenmeter ohne Liftanlagen bewältigen und stattdessen mit Ski selbst aufsteigen. Der Rekord liegt hier bei unglaublichen 3:15min und wird seit 2008 vom Südtiroler Hansjörg Lunger und dem Italiener Guido Giacomelli gehalten.

Eine Tour für Alle

Dabei ist die Sella Ronda keinesfalls mit einer Skitour im klassischen Sinn zu verwechseln. Wer hier unterwegs ist, braucht keinen Guide und kann Pips, Lawinensonde und Schaufel getrost zu Hause lassen. Die gesamte Tour führt entlang markierter Pisten und für müde Beine gibt es ausreichend viele Einkehrmöglichkeiten in urigen Hütten. Es ist schon erstaunlich wie viel Energie so ein paar Knödel mit geschmolzener Butter und Parmesan einem geben können. An schönen Tagen kann man sich sein Lunch-Paket auch einfach selbst mitnehmen und bei Sonnenschein am Pistenrand genießen.

Vier Pässe in vier Stunden

Wir starten früh morgens mit dem ersten Lift im Grödnertal und lassen uns Zeit für die Runde. Und meiner Meinung nach sollte man sich die auch nehmen, denn die Panoramablicke, die sich immer wieder entlang der Strecke offenbaren sind unglaublich schön. Insgesamt geht es über vier Pässe: das Sellajoch auf 2.244 m, das Pordoi Joch auf 2.121 m, den Campolongosattel auf 1.875 m und das Grödner Joch auf 2.239 m. Das Sellamassiv, das man dabei Umrundet wird von vielen als „das Herz der Dolomiten“ beschrieben. Für mich eine schöne Vorstellung: einmal um das Herz der Dolomiten zu fahren.

Zwischendurch hat man immer wieder Zeit zum Verschnaufen in den diversen Liften, von denen man viele unterschiedliche Modelle kennenlernt auf der Strecke. An manchen Stellen wäre ich gern länger geblieben, vor allem die menschenleeren Pisten in Arraba haben es mir an diesem Tag angetan. Nur wenige Meter neben der Piste warten dicke Schneepölster darauf befahren zu werden und auch ein Abstecher auf die Marmolata winkt aus aller nächster Nähe. Doch die Zeit drängt und wir müssen weiter. Ich schreibe mir eine Notiz in mein Smartphone, hierher möchte ich gerne wieder einmal hinkommen um das Gebiet in Ruhe zu erforschen.

Gut zu wissen:

  • Insgesamt sind es ca. 57 Kilometer Gesamtstrecke
  • 807 Höhenmeter bergauf, 3.873 Höhenmeter bergab!
  • Der höchste Punkt liegt auf 2.484m
  • Man kann die Sella Ronde rechts- oder linksrum fahren

Packliste Sella Ronda:

  • kleiner Tagesrucksack
  • Liftkarte um den Überblick nicht zu verlieren
  • Handy
  • Kamera
  • Kleine Snacks
  • Wasserflasche (oder: isotonisches Getränk)
  • ausreichend Zeit um die Route zu genießen

 

 

 

 

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