Am nächsten Morgen flogen wir auf die nördlich gelegene Insel São Vicente, die immerhin eine knappe Flugstunde entfernt liegt. Diese Insel ist sehr trocken und das Leben spielt sich hier hauptsächlich in dem bunten Örtchen Mindelo ab.

 

Mindelo ist ein Schmelztiegel der Kulturen und gilt als das Musikzentrum der Kapverdischen Inseln. An den Wochenenden und Feiertagen pulsiert hier das Leben und aus allen Ecken tönen traditionelle und moderne Musikstile wie Funaná, Coladeira und Zouk. Werktags geht es hier eher ruhiger zu. Dennoch flanieren die Menschen gerne an warmen Abenden entlang der Hafenpromenade und treffen sich an den kleinen bepflanzten Plätzen, um zu plaudern und ein paar Drinks zu schlürfen.

 

Santo Antão ist ein grünes Tropenparadies und besticht durch eine wirklich atemberaubende Natur. Steigt man in Porto Novo aus der Fähre, mag man sich erst einmal wundern, denn der Südosten der Insel ist sehr trocken und karg. Doch nur wenige Höhenmeter landeinwärts von hier wächst der Garten Eden! Es empfiehlt sich daher, die ‘alte Straße‘ von Porto Novo nach Ribeira Grande zu befahren. Diese aus Kopfsteinpflastern bestehende Straße wurde tatsächlich komplett Stein für Stein von Hand verlegt! Ganze 13 Jahre hat ihr Bau gedauert. Lange Zeit war sie die einzige befahrbare Verbindung zwischen Paúl und Porto Novo.

Seit 2009 gibt es auch eine asphaltierte Küstenstraße, aber diese ist nicht annährend so charmant. Auf der alten Straße fährt man bald durch moosbewachsene Steilfelsen, grüne Kiefernwälder und je nach Wetterlage durch lebhafte Nebelschwaden. Bei klarem Wetter kann man über Vulkankrater in die Ferne schauen. Am Straßenrand wächst wilder Pfeffer und verführerisch duftende rötlich blühende Pflanzen. Mit Worten ist ihr betörender Duft kaum zu beschreiben.

 

Von Ponta do Sol aus kann man noch einmal landeinwärts zu dem malerischen Bergdorf Fontainhas fahren, das inmitten einer terrassenartigen Berglandschaft liegt. Man kann hier sehr schön wandern, sollte aber eine gute Kondition haben. Ein anderes Highlight ist der winzige Ort Xôxô, der in einem fruchtbaren Tal liegt.

Auf dem Weg dorthin sind die Hänge dicht gesäumt mit terrassenförmige Gärten. Bananen, Zuckerrohr, Brotfruchtbäume, Maniok, Papayas und Mangobäume werden hier kultiviert. Für das Befahren der beschriebenen Strecken und Orte sollte man sich mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Die Insel bieten jedoch jedoch genug Interessantes, um hier mehrere Tage zu verbringen, insbesondere für Trekkingtouristen, die gerne abseits der üblichen Touristenpfade wandern.

 

In dem kleinen Örtchen Paúl gibt es ein fantastisches kleines Restaurant, in dem die Speisen so frisch zubereitet werden, dass man gut 1-2 Stunden vorher anrufen und bestellen muss. Restaurante Bar Voni heißt es. Hier konnte ich ein wahnsinnig leckeres gegrilltes Fischfilet genießen und von der gegrillten Aubergine bis zur letzten Spitze meines Salatblattes schmeckte mein Menu so unglaublich frisch und intensiv, dass ich immer noch oft daran denken muss.

 

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