Nicaragua

Viele Urlauber fliegen ins touristisch erschlossene und überlaufene Costa Rica, Nicaragua wird meist gemieden. Ein Fehler, denn das Land ist ein landschaftliches Paradies mit vielen noch aktiven Vulkanen, verschiedenen Klimazonen sowie Bilderbuchstränden am Pazifik und Atlantik. Hier erfahrt Ihr fünf gute Gründe, Nicaragua zu besuchen.

Manche nennen es „das neue Costa Rica“, doch die meisten haben es noch gar nicht auf dem Schirm möglicher Reiseziele – Nicaragua, das größte Land Zentralamerikas, umarmt von Honduras im Norden und Costa Rica im Süden.San Juan del Sur in Nicaragua

Wer glaubt, es sei weniger attraktiv als der beliebte südliche Nachbar, irrt sich, denn in Nicaragua gibt es von allem noch mehr: Aus gutem Grund trägt es den Beinamen „Land der tausend Vulkane“, die zu Wanderungen über dampfende Erde, zum Blick in Höllenschlunde oder zum Surfen auf einem Vulkan einladen. Und nicht nur das. Mit dem Nicaraguasee bietet das Land den größten Binnensee Mittelamerikas und den drittgrößten See Lateinamerikas, mit langen Küsten und Inseln. Und wenn wir schon von Küsten sprechen – wie die meisten Länder Zentralamerikas wartet Nicaragua nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei Meeren auf, dem Pazifik und dem karibischen Meer.San Juan del Sur in Nicaragua

Ist die Pazifikseite bereits gut touristisch erschlossen und zieht Nachtschwärmer mit der Partyhochburg San Juan del Sur an, gilt die Atlantikseite noch als „wild“. Doch zwei Inselchen im türkisfarbenen Meer, die schnell vom Geheimtipp zum Must-do mutiert sind, sorgen für einen entspannten Abschluss der Nicaragua-Reise: die beiden Karibikinseln Corn Islands.

1. Streifzug durch koloniale Juwelen

Im Zusammenhang mit Kolonialstädten denkt man in Nicaragua an zwei: Granada, etwas südlich der Hauptstadt Managua gelegen, und León weiter nördlich. Welche nun die Schönste im ganzen Land ist, darüber wird gerne gestritten.

Manche behaupten Granada, das sich an den Vulkan Mombacho schmiegt und dessen gelbe Kathedrale (Catedral de Granada) sich aus der Fülle bunter Kolonialhäuser erhebt.Catedral de Granada in Nicaragua

Wer vom Stadtspaziergang müde ist, erholt sich davon am Hauptplatz unter Palmen und beim Lieblingsgericht der Einwohner, Vigorón, aus Maniok, Schweineschwarte, Kohl, Tomaten und Gurken.Vigorón - Traditionelles Gericht in Granada, NicaraguaFoto Credit: Scott & Emily via Flickr

Andere ziehen León vor, das geistige Herz Nicaraguas mit der ältesten Universität von Lateinamerika. Auf dem Dach der weißen Kathedrale kann man herumklettern und dabei den Blick über Kolonialhäuser und umgebende Vulkane genießen, oder auch im Inneren dem Grab von Ruben Dario einen Besuch abstatten. Nicaraguas berühmtester Dichter wurde nämlich in der Kathedrale von León bestattet.

2. Vulkanwandern auf aktiven Vulkanen

Ob man beim Nicaraguabesuch auf einen Vulkan klettern kann oder nicht, hängt davon ab, wie viel Feuer dieser gerade speit. Wer einmal in einen wahren Höllenschlund schauen möchte, steigt oder fährt auf den Masaya mit seiner stets brodelnden Caldera, wenige Kilometer von Managua entfernt.
Nicht minder spektakulär ist der Telica 15 Kilometer von León, synonym mit rauchender Erde und glühender Lava im Inneren. Besonders beliebt ist der Aufstieg zum Sonnenuntergang, möglicherweise auch mit Übernachtung auf dem Vulkan, um nachts die rote Hölle in ihrer ganzen Pracht zu bewundern.Masaya Vulkan in NicaraguaFoto Credit: Wildlife Wanderer via Flickr

Der Mombacho-Vulkan bei Granada ist weniger aktiv, dafür aber mit dichtem Regenwald bewachsen, wo einen die Brüllaffen bei der Wanderung anfeuern. Oder wie wäre es mit dem jüngsten Vulkan Cerro Negro bei León? Den steilen Aufstieg müsst Ihr zwar bewältigen, doch bergab geht es rasant auf dem Hosenboden.Mombacho Vulkan in NicaraguaFoto Credit: Monty VanderBilt via Flickr

3. Vulkansurfen oder Vulkanboarden

Nur der Cerro Negro macht es in Nicaragua möglich: das Vulkansurfen oder Vulkanboarden. Er ist nur 728 Meter hoch und verspricht doch laut den Anbietern, die sich um Transport und Ausrüstung kümmern, den „ride of a lifetime“. Jeder Teilnehmer wird mit Rucksack und Anzug ausgestattet, dazu kommen Handschuhe und Taucherbrille.Vulkansurfen auf dem Cerro Negro, NicaraguaFoto Credit: Beth and Anth via Flickr

Der Aufstieg über Lavagestein und Felsbrocken mit dem etwa acht Kilo schweren Board unterm Arm dauert 45 Minuten. Auf den Holzbrettern mit Metallböden und Festhalte-Schnur geht es in Geschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern über die schwarzen Steine in die Tiefe – eine rasante Freifahrt, bei der Ihr rechtzeitig bremsen solltet.Aufstieg am Cerro Negro, NicaraguaFoto Credit: rulefiggur via Flickr

4. Eine Insel mit zwei Bergen

Sie zählt zu den unbestrittenen Highlights des Landes: die Insel Ometepe im Nicaraguasee. Mit gut 270 Quadratkilometern schafft sie es an die Spitze der weltweit größten Vulkaninseln, und wer noch nicht genug von Vulkanen hat, kann den zweitgrößten Vulkan des Landes hinaufkraxeln, Concepción mit 1.610 Metern oder Maderasmit 1.394 Metern. Concepción treibt mit ihrem senkrechten Aufstieg über Geröll und begleitet von beißenden Dämpfen viele Wanderer jenseits der Komfortzone, und auf Maderas versinkt man nach Regen bis zu den Knien im Schlamm. Dafür entlohnen die Panoramablicke.Insel Ometepe in Nicaragua

Wer nicht wandert, genießt die Inselstrände, nimmt eine Wasserfalldusche unter der Cascada San Ramón oder düst per Mofa oder ATV durch Dörfer, wo die Zeit stillsteht.Cascada San Ramon in NicaraguaFoto Credit: ledpup via Flickr

5. Beachen am Pazifik oder im karibischen Meer

Sie ist riesig, die Auswahl an langen Sandstränden entlang des Pazifiks. Dabei ist für jeden etwas dabei: Partystrände in San Juan del Sur, wo das Leben erst nach Einbruch der Dunkelheit beginnt, oder abgeschiedene Sandstreifen, die nur über Schotterpisten erreichbar sind. Hier sammeln sich Surfer und Sonnenanbieter.Las Peñitas, NicaraguaFoto Credit: Brian Johnson & Dane Kantner via Flickr

Noch idyllischer geht es rund um León zu, wo Strände wie Las Peñitas die perfekten Ziele zum Nichtstun sind. Doch wer etwas erleben möchte, kann dies auch: Im Naturreservat nebenan kommen Meeresschildkröten an Land und legen ihre Eier ab – rücksichtsvolle Besucher dürfen live dabei sein.Small Corn IslandFoto Credit: descubriendoelmundo via Flickr

Für noch mehr „Am-Ende-der-Welt-Feeling“ geht es in die Karibik, auf die Corn Islands, die etwa 70 Kilometer vor der Ostküste Nicaraguas liegen. Sie bestehen aus einer großen und einer kleinen Insel. Auf der großen fahren Autos und es gibt Dörfer, in denen das chillige Leben der Bewohner ansteckt. Auf der kleinen, zu der man über eine halsbrecherische Fahrt per Miniboot gelangt, gibt es gar nichts mehr. Nur noch ein paar Strände, Bars und jede Menge Zeit.

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