Dresdner Tradition triumphiert über fränkischen Bekanntheitsgrad

Schon seit Jahrhunderten gehören Weihnachtsmärkte zur deutschen Tradition. Auf welche Tradition könnt ihr zurückblicken? „Der Striezelmarkt in Dresden ist der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands, mit Tradition seit 1434“, sagt Sigrid Förster stolz. Striezel ist eigentlich ein Gebäck oder ein Strudel. „Wobei es sieben weitere Märkte in der ganzen Innenstadt gibt“, sagt die gebürtige Sächsin weiter. „Dafür sind wir mit unserem Nürnberger Christkindlesmarkt sogar in der ganze Welt bekannt“, hält Daniela Müller dagegen. Wohl wahr – In Chicago findet seit 18 Jahren der „Christkindlmarket“ statt. Abgekupfert von den Mittelfranken, gibt es in den USA Bratwürste, Bier und Blaskapellen. Zurück nach Nürnberg: Erste Nachweise für den Markt auf dem Hauptmarkt finden sich im Jahre 1628. Im Vergleich zum Herausforderer Dresden ist der Markt also fast noch „jung“ und somit geht der Konkurrent in Führung.

Wer ist Bekannter?

Sigrid Förster: „Der Striezelmarkt – da sein Christstollen weltweit beliebt ist“
Daniela: „Der Christkindlesmarkt – da unser Christkind sogar in den USA auftritt“

Das Nürnberger Christkind
Das Nürnberger Christkind

Nürnberg muss aufholen und punktet mit Christkindl-Charme

Was macht euren Weihnachtsmarkt so besonders? Daniela Müller schießt sofort kampflustig los: „Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart“sagt die Designerin und muss schmunzeln. „Na, was ist das?“, fragt sie in die Runde. Natürlich die Worte des Nürnberger Christkinds. Jedes Jahr sagt der blond gelockte Rauschgoldengel das Gleiche bei der Eröffnungsfeier auf. Tausende lauschen seinem Prolog, „das ist immer wieder bewegend “, erinnert sich Daniela Müller. Ihre zwei Buben sind dagegen vom Lichterzug der Nürnberger Schulkinder beeindruckt. Über 1.000 Kids erhellen mit ihren selbst gebastelten Laternen die Innenstadt. Sigrid Försters Kinder sind zwar schon groß, aber „besonders stolz bin ich auf die Kinder-Erlebniswelt in Dresden, wie zum Beispiel das Knusperhaus, in dem die Kleinen Pfefferkuchen dekorieren können“. Unbedingt anschauen sollte man, laut Expertin, auch „die weltgrößte erzgebirgische Stufen-Pyramide aus Holz, die im Guinness-Buch der Rekorde steht“. Ganze 14 Meter und 62 Zentimeter ragt sie in den Himmel. Dennoch, durch das Christkind holt Nürnberg im Duell auf – Gleichstand.

Was ist das Besondere an eurem Markt?

Sigrid Förster: „Der Striezelmarkt ist wie eine verwinkelte Kulissenstadt.“
Daniela: „Das Christkind – ganz klar.“

Ohrstecker "Lebkuchenmännchen" von Daniela Müller auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt
Ohrstecker „Lebkuchenmännchen“ von Daniela Müller auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt

Wo gibt es die besseren Buden und Stände? Dresden geht wieder in Führung

Auf welche Stände können sich Besucher freuen? „Der Striezelmarkt hat 233 Standplätze, die zum Beispiel Pfefferkuchen und Stollen anbieten oder Holzkunst aus dem Erzgebirge“, schwärmt Sigrid Förster. Das Konzept geht auf, „schließlich besuchen den Striezelmarkt jährlich bis zu 2,5 Millionen Menschen“. Nach Nürnberg kommen dagegen „nur“ über zwei Millionen Besucher. „Wir haben aber auch 185 Stände, die direkt dem Christkindlesmarkt angehören“, sagt Daniela Müller. Dennoch, Dresden überholt Nürnberg mit seinem Angebot um Haaresbreite.

 

Glühwein, wo trinkt man ihn am besten?

Sigrid Förster: „Erst Glühwein bei einem Winzer holen und dann vom Schwibbogen den tollen Blick über den Markt genießen”
Daniela: „Auf der separaten Kinderweihnacht können sich meine Jungs austoben und ich Glühwein trinken”

Beim Glühwein-Angebot gleicht Nürnberg wieder aus

Nächster, besonders wichtiger Vergleich: Das Glühwein-Angebot! Wo schmeckt er am besten und wie viel kostet er bei euch? „Es gibt allein neun Stände, die Glühwein ausschenken“, sagt die Schmuck-Künstlerin. Die Preise für einen Glühwein liegen zwischen 2,50 und 3,50 Euro. „Wobei ich am liebsten beim Stand ‚Die größte Feuerzangenbowle der Welt‘ an der Fleischbrücke stehe, der Wein dort schmeckt fantastisch“, sagt die gelernte Masseurin. „Preislich können wir da durchaus mithalten“, sagt Sigrid Förster. Die Tasse Glühwein kostet in Dresden zwischen 2,50 und drei Euro. Besonders gerne trinkt sie den roten Winzerglühwein direkt an der Pyramide, „für mich der perfekte Abschluss des Weihnachtsmarkt-Besuchs“.

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Kommentare

  • Manfred

    Hey,
    also, ich bin ganz klat für den Striezelmarkt. Allerdings auch für alle anderen Weihnachtsmärkte in Dresden. Ich finde, da ist einfach eine entspannte Stimmung.
    Also, aber Nürnberg ist schon auch schön. Nur nicht ganz so schön, wie der in Dresden ^^
    Manni

    21/11/2013 at 9:25 am

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