Neuseeland punktet mit Oscar-verdächtiger Landschaft

Unberührte karibische Traumstrände – danach suchte Regisseur Gore Verbinski für seinen Piratenfilm lange. Schließlich entdeckte er in der wenig besiedelten Inselgruppe St. Vincent und die Grenadinen ideale Bedingungen. „Die einsamen Strände der Tobago Cays sind ein Traum”, schwärmt Kim Halbich über einen der beiden wichtigsten Drehorte des Films. Die westliche Küste der Hauptinsel St. Vincent verwandelte sich in den Hafen von Port Royal, in dessen Bucht sich ein spektakulärer Felsen ideal für eine besondere Einstellung eignete: Zur Abschreckung von Captain Jack Sparrow und seiner Crew baumelte hier ein toter Pirat. Einsame Strände und karibisches Flair beeindrucken, doch Ian Brodie kontert: „Neuseeland ist zwar nicht besonders groß, aber hier gibt es auf kleinem Raum einfach alles, was die Welt zu bieten hat – von der Wüste bis zum Regenwald.” Enthusiastisch ergänzt er: „Diese Landschaft hätte einen Oscar verdient!” Dem können wir nichts hinzufügen und vergeben den ersten Punkt an das vielfältige Neuseeland.

Welchen Ort dürfen sich Filmfans nicht entgehen lassen?

Ian Brodie: „Glenlochry am Lake Wakatipu, hier hat man einen tollen Blick auf viele Drehorte.”
Kim Halbich: „Die einsamen Strände der Tobago Cays.”

Das Gasthaus „Zum Grünen Drachen” © Ian Brodie
Das Gasthaus „Zum Grünen Drachen” © Ian Brodie

Geschichte und Tradition sichern Neuseeland das 2:0

„Herr der Ringe” war schon vor der Verfilmung ein Hit, die Roman-Trilogie von J.R.R. Tolkien brach alle Rekorde. „Als ich die Bücher im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal las, erkannte ich gleich die Ähnlichkeit von Mittelerde und Neuseeland”, erzählt Brodie. Für „Fluch der Karibik” war eine gleichnamige Attraktion aus den Disney-Freizeitparks das Vorbild. Das ist amüsant, aber nicht halb so spannend wie die packende Romanvorlage. Und während das Filmteam nach drei Teilen „Fluch der Karibik” den Kurs drehte und Richtung Hawaii segelte, wurde Neuseeland auch nach der erfolgreichen „Herr der Ringe”-Verfilmung wieder zum Wunschdrehort für Regisseur Peter Jackson. Alle drei Teile des Prequels „Der Hobbit” – und zahlreiche weitere Filme – wurden hier abgedreht. Das sichert Neuseeland das 2:0.

Reste der Hafenkulisse in der Wallilabou Bucht, St. Vincent © Fantasea Tours
Reste der Hafenkulisse in der Wallilabou Bucht, St. Vincent © Fantasea Tours

Wie viel ist vom Filmset noch erhalten?

Ian Brodie: „In der Taverne „Zum Grünen Drachen” können Besucher einen Drink nehmen  und von dort aus quasi den Rauch aus den Kaminen der Hobbithöhlen aufsteigen sehen.”
Kim Halbich: „Ein Teil der Hafenkulisse steht noch in der Bucht von Wallilabou. Dort gibt es auch ein Restaurant im Fluch der Karibik-Stil.”

Johnny Depp sorgt für karibische Punkte

Ob Karibik oder Neuseeland – das Staraufgebot war an beiden Drehorten groß. Elijah Wood, Viggo Mortensen, Cate Blanchett und Orlando Bloom reisten für die Tolkien-Verfilmung nach Mittelerde. „Wie in der Geschichte war es auch beim Dreh die Gemeinschaft, die den besonderen Zauber ausmachte”, meint Brodie. In der Karibik gab es trotz Berühmtheiten wie Keira Knightley und – hello again! – Orlando Bloom nur einen Superstar, findet Kim Halbich: „Johnny Depp!” Sehen wir genauso. Sein Torkeln und Lallen, sein irrer Blick – gegen Captain Jack Sparrow kommen die Jungs mit dem Ring nicht an. So heiß wie Johnny Depp ist auch das Klima auf St. Vincent und den Grenadinen. Tropische Temperaturen sorgen ganzjährig für optimale Badeurlaub-Bedingungen. In Neuseeland kratzt nur der nördlichste Teil im Sommer an der 30 Grad-Marke, im übrigen Land herrscht gemäßigtes, oft wechselhaftes Klima. Und so geht der letzte und heißeste Punkt des Duells in die Karibik. Joho, Piraten, joho.

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