Knappes Unentschieden in Puncto Concept Stores

Concept Stores haben sich inzwischen zu einem Shoppingparadies für ausgewählte, schöne Dinge entwickelt. Nun könnte man bei Paris als erstes an Colette denken. Doch Emmanuelle Bousquet empfiehlt stattdessen Merci, das als Geheimtipp gilt: „Typischer New York Style mitten in Paris. Die Architektur und die Dekoration des Stores sind großartig. Und die Auswahl an Kleidung, Einrichtungsgegenständen und selbst das Restaurant begeistern jedes Mal. Ein toller Mix!“ Kann München da mithalten? Julia Kunkelmann findet ja – zum Beispiel mit dem neu eröffneten Off&Co: „Neben Marken wie Etro, Lala Berlin und Odeeh, findet man dort auch immer schöne kleine Geschenke und Klassiker wie Kusmi-Tee, falls man noch ein Mitbringsel braucht.“ Einziges Zugeständnis an Paris: Mit einem Restaurant und 1500 m² Fläche kann dieser Laden nicht dienen.

Schönster Concept Store?

Emmanuelle: „Merci- Typischer New York Style mitten in Paris“

Julia: „Off&Co – vereint luxuriöse Trendmarken und kleine Mitbringsel“

München verdient eine zweite Chance für sein Szeneviertel

Das Szeneviertel in Paris? Emmanuelle muss nicht lange überlegen: Das dritte Arrondissement, wo sie auch wohnt. „Hier sieht man am häufigsten den Bobo-Look, den typischen Pariser Modestil.“ Weiterhin schwärmt sie von dem künstlerischen Flair, das durch viele Kunstgalerien (Emmanuel Perrotin, Marian Goodman, Almine Rech) entstanden ist, von trendigen Restaurants (Neo Bento, Nanashi, Café Charlot, le Progrès) und natürlich von den coolsten französischen Designerläden (Isabel Marant, Vanessa Bruno, Maje, Sandro, Anna Rivka). Zugegeben, es mit der hippen Pariser Marais-Gegend aufzunehmen, klingt fast unmöglich. Das Münchner Glockenbachviertel rund um den Münchner Gärtnerplatz tritt mit kleinen Boutiquen und Ateliers offiziell trotzdem den Kampf an. Doch dann die Rettung: Julia setzt auf Schwabing, auch wenn es offiziell nicht als Szeneviertel gilt. Denn wer wie sie hier wohnt, entdeckt nach und nach versteckte Perlen. Darunter Rag Republic mit einer gelungenen Mischung aus Basics und Trendteilen: „Die Auswahl der Marken ist nicht so mainstreamig. Man findet zum Beispiel Labels wie Vanessa Bruno Athé, Helmut Lang, Paul & Joe oder Kenzo.“ Oder das relativ neue Sprout: „Best buy dort: Acne.“

Das Szeneviertel schlechthin?

Emmanuelle: „Das 3ième Arrondissement mit dem angesagten Bobo Look.“

Julia: „Offiziell das Glockenbachviertel, inoffiziell Schwabing”

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Französisches Design? Paris geht klar in Führung

Apropos Designer: Welche Lokalgrößen haben die beiden Städte zu bieten? Emmanuelle könnte sicherlich eine lange Liste berühmter, französischen Häuser aufzählen. Sie entscheidet sich jedoch für ihren Lieblingsdesigner Alexandre Vauthier. „Ich liebe die Kurven seiner eleganten Kleider, sie sind sehr feminin, aus kostbaren Materialien und in tollen Farben.“ Was das Münchner Modedesign angeht, muss die bayerische Hauptstadt hinsichtlich Namedropping passen. Doch stopp: Julia schwärmt zumindest für den Schmuckdesigner Thomas Jirgens: „In seine zarten Feenstaubringe habe ich mich sofort verliebt: schmale Ringe besetzt mit Minidiamanten.“ Ein überaus nettes Trostpflaster!

Street Style-Inspirationen – Paris schlägt erneut zu

Nächster Vergleich: Street Style Spotting! Wo sind die stylishten Leute der Stadt zu treffen? Die Münchner sind nicht gerade für einen ausgefallenen Modestil bekannt, der öffentlich zelebriert wird. Ein Tipp der InStyle-Redakteurin: „Im Theresa treffen sich am Wochenende vor dem Weggehen die Fashionprofis zum Dinner. Wer auf einen Drink in die Goldene Bar geht, wird wahrscheinlich auch auf einige gut gestylte Leute treffen.“ Dafür hat Paris ein müdes Lächeln auf den knallroten Lippen übrig. Die Fotografin Emmanuelle kennt sogar konkrete Straßen, die sichere Adressen für den coolen Pariser Chic sind: „Rue des Francs-Bourgeois und Rue du Trésor im Marais sowie Rue de Bretagne im dritten Arrondissement.“

Vintage Shopping deluxe: München findet zu seiner alten Form zurück

Coole Street Style Looks zeichnen sich oft durch den Einsatz von Vintage-Mode aus. Die Auswahl an Vintage-Läden in Paris ist riesig, doch nicht jeder Shop hat ausgewählte Unikate zu bieten. Emmanuelle geht deshalb am liebsten zu FREE’P’STAR: „Ich kaufe hier Casual-Mode für tagsüber, exzentrische Kleider für Partys oder sogar für meine künstlerischen Fotos, zu denen sie mich inspirieren.“ Qualität statt Quantität lautet das Motto dagegen in München. Die wenigen Läden überzeugen fast alle mit ihrem Sortiment. Besonders Vintage Love ist Julias Meinung nach immer einen Besuch wert: „Wenn man Glück hat, kann man hier wahre Schätze finden, wie zum Beispiel kürzlich ein Seidentop von Alberta Ferretti oder ein Sommerkleid von Blumarine für einen Bruchteil des Originalpreises.“

Bester Vintage Shop?

Emmanuelle: „FREE’P’STAR“

Julia: „Vintage Love”

Schuhe sind entscheidend – deshalb punktet Paris

Zum Schluss ein extrem wichtiger Punkt: Schuhe! Wo gibt es die schönsten der Stadt? Für Julia ist die Antwort eindeutig: „Bei Theresa in der Maffeistraße, hier findet man alles von Louboutin bis Roger Vivier.“ Einziger Nachteil: „Leider gibt es sie oft nicht mehr in meiner Größe.“ Ähnlich ist es bei Marion Heinrich: „Hier gibt’s zwar Schuhe von Isabel Marant, leider auch oft sehr ausgesucht.“ Dieses Problem kennt Emmanuelle nicht. Schließlich sind diese französischen Schuhmarken zahlreich in Paris vertreten. Ganz besonders liebt sie die Boots von Zadig & Voltaire – ein französisches Label, das inzwischen auch in München existiert. Oder sie geht zu Bon Marché: „Die Auswahl dort ist super.“ Wenn es Ballerinas sein sollen, ist Repetto noch immer der Klassiker. Beneidenswert!

Kommentare

    Franziska

    Vielen Dank für den unterhaltsamen Artikel 🙂 Ich denke man kann sowohl in Paris als auch in München tolle Kleidung kaufen. Auch bei der Auswahl der Marken nehmen sich die Städte nicht viel. Paris wirkt auf mich allerdings etwas weltoffener und außergewöhnlicher was die Wahl der Kleidungsstücke angeht. Wer nach günstigeren Einkaufsmöglichkeiten in München sucht, findet hier eine Übersicht der Münchner Shoppingcenter. Dort ist die Modeauswahl zwar nicht ganz so exklusive wie von euch beschrieben, aber für die meisten Geldbeutel erschwinglich :-).

    LG
    Franzi

    04/03/2014 at 9:21 am
    Franziska

    Vielen Dank für den unterhaltsamen Artikel 🙂 Ich denke man kann sowohl in Paris als auch in München tolle Kleidung kaufen. Auch bei der Auswahl der Marken nehmen sich die Städte nicht viel. Paris wirkt auf mich allerdings etwas weltoffener und außergewöhnlicher was die Wahl der Kleidungsstücke angeht. Wer nach günstigeren Einkaufsmöglichkeiten in München sucht, findet hier eine Übersicht der Münchner Shoppingcenter. Dort ist die Modeauswahl zwar nicht ganz so exklusive wie von euch beschrieben, aber für die meisten Geldbeutel erschwinglich ;-).

    25/02/2014 at 2:16 pm

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