Mythos Kitzbühel punktet mit Promistatus

Es ist schon dieses Wort „Kitzbühel“, das bei den meisten ein ganz bestimmtes Bild hervorruft: Gunter Saxx, Franz Beckenbauer, Uschi Glas – 60er, 70er-Jahre, viel Pelz, viel Champagner und eine große Prise mia san mia. Ein Dorf, das sich selbst zum Mythos gemacht hat, zur lebenden Legende. Ein Ort, an dem die, die dazugehören wollen zu Münchens Schickeria oder zum (inter-)nationalen Jetset posen und in die Kameras der Regenbogenpresse lächeln, bevor sie beim Hahnenkammrennen oder dem Valartis Bank Snow Polo World Cup ein bisschen sehen und gesehen werden. Legendär natürlich auch die jährlichen Partys im Stanglwirt, bei denen sich die Münchner Schickeria die Klinke in die Hand gibt. Auch Tomma hat schon einige Stars gesichtet: „Den Beckenbauer Franz sieht man ab und zu oder den Baldessarini von Boss.“ Davon lebt dieses Kitzbühel, von den Schönen und bzw. oder den Reichen, vom Sein oder nicht Sein, vom schönen Schein. In Davos ist das alles ein bisschen anders, ein bisschen diskreter, ein bisschen unaufgeregter, ein bisschen schweizerischer – dezent und zurückhaltend. Promis sind hier eher Mangelware. „Ich habe da ehrlich gesagt noch nie darauf geachtet. Prinz Charles soll ja manchmal da sein, aber der ist mir noch nicht unter gekommen“, sagt Tobias. In Sachen Glanz und Glorie hat Kitzbühel also die Nase vorn.

Welche Promis trifft man?

Tomma: „Den Beckenbauer Franz sieht man ab und zu oder den Baldessarini von Boss.“

Tobias: „Prinz Charles soll ja manchmal da sein, aber der ist mir noch nicht untergekommen.“

Polo in Kitzbühel. Foto von Medialounge.
Polo in Kitzbühel. Fotos Kitzbühel von Medialounge.

Davos holt dank seiner Pisten auf

300 ist die magische Zahl – so viele Pistenkilometer bieten sich nämlich in den insgesamt sechs zusammengeschlossenen Skigebieten von Davos. Und jedes davon hat seine eigene Klientel: Im Madrisa tummeln sich Familien; wer es flippiger mag, der wagt sich auf den Snowboard- und Party-Hotspot Jakobshorn. Als absolute Klassiker gelten die Skigebiete Schatzberg und Parsenn. Hier findet man auch eine der längsten Abfahrten der gesamten Alpen: Zwölf Kilometer schlängelt sich die Parsenn runter nach Küblis und bietet dabei ein Panorama, dass die ein oder andere Pause fordert: abschnallen, hinhocken und genießen. „Das Beste am Skigebiet ist für mich, dass die einzelnen Berge für bestimmte Vorlieben stehen und dort eben dann auch nur Leute unterwegs sind, die das Gleiche wollen. Das macht den Skitag einfach nur entspannt“, erzählt uns Tobi. Wo man die schönste Aussicht auf die ganze Pracht hat, weiß Tobias auch: „Unbedingt in die Jatzhütte einkehren. Wahnsinns Ausblick, Wahnsinns Location.“ Diese Begeisterung spricht Bände. Und Kitzbühel? Der Skigebiet-Mythos verfügt mit 170 Kilometern nur knapp über die Hälfte der Pistenkilometervon Davos. Am bekanntesten: die Streif. 3312 Meter zieht sich eine der bekanntesten Abfahrten mit einem Gefälle von bis zu 85 Prozent ins Tal. „Die Streif ist etwas ganz besonderes – eine echte Herausforderung, selbst für erfahrene Skifahrer“, erklärt Tomma. Und natürlich macht auch Kitzbühel von oben etwas her. Tommas Tipp: „ Geht in die Kabine eins der 3S-Bahn – die hat einen Glasboden und offenbart den Blick in die 400 Meter Tiefe des Saukasersgraben.“ Ganz schön beeindruckend. Trotzdem bietet Davos insgesamt mehr Abwechslung und Vielfalt in Sache Piste und verdient sich den Ausgleich.

Schönster Aussichtspunkt unterwegs?

Tomma: „Geht in die Kabine eins der 3S-Bahn (…).“

Tobias: „Unbedingt in die Jatzhütte einkehren.“

Winterspaß in Davos. Foto von Destination Davos Klosters.
Winterspaß in Davos. Fotos Davos von Destination Davos Klosters.

Das Mehr an Wellness in Davos

Wenn die Muskeln spannen, die Wangen glühen und die Anstrengung des Skitages in den Knochen steckt, dann ist ein bisschen Entspannung in der Sauna der im Dampfbad einfach Gold wert. In Kitzbühel lässt sich das außerhalb von den Spabereichen der großen Hotels in der Aquaarena. „Mehr Entspannung als in der Sauna oder im türkischen Dampfbad geht gar nicht. Zum regenerieren nach dem Skifahren gibt es nicht besseres“, verrät uns Tomma. Ab 18 Uhr gilt hier die Abendkarte, die 8,40 Euro kostet und gilt bis die Aquaarena um 21 Uhr ihre Pforten schließt. „Das Angebot aus Kitzbühel klingt ja ganz nett, aber was du in Davos geboten bekommst ist da einfach eine andere Hausnummer“, stichelt Tobias – und er hat Recht. Auf 1560 Metern liegt in mitten der Schweizer Alpen das Wellness- und Erlebnisbad eau-là-là. Täglich kann man sich hier von zehn bis 22 Uhr verwöhnen lassen. Das ganz besondere Highlight: der komplette Wellnessbereich ist mit Glasfenstern versehen, die selbst aus der Sauna den Blick in die unverwechselbare Winterlandschaft freigeben.

Was sollte man sich auf jeden Fall gönnen?

Tomma: „Ein Salzpeeling.“

Tobias: „Den Ausblick.“

Partyplus in Davos

Wo solls denn hingehen? Diese Frage kann man sich in Davos Abend für Abend stellen und dabei an jedem Tag einen anderen Club besuchen. Tobis Tipps: „Weltklasse ist Casa Antica im Nachbarort Klosters, eine Bar aus den 50ern deren Charme noch erhalten ist. Tanzen, trinken, flirten ist hier drin. Oder die Ex-Bar – die ist weniger chic und etwas touristischer, aber auch legendär, deswegen unbedingt vorbeischauen. Wer die Prominenz oder den Jetset treffen will, der muss ins Pöstli. Großartiger Club, gute Musik, gutes Publikum“. Aber ganz wichtig: Den Geldbeutel nicht vergessen. „Mit zu wenig Geld losgehen, geht nicht. Partys in der Schweiz haben ihren Preis“, gibt Tobias zu. Das sieht in Promi-Kitzbühel aber nicht anders aus. Und während sich in Davos vom Rockschuppen bis zur eleganten Bar alles finden lässt, geht es in Kitzbühel ein wenig gesetzter zu. „Mein absoluter Lieblingsladen ist das Take Five, die Nobeldisko in Kitz. Gehobenes Ambiente und exklusives Klientel. Daneben gibt’s aber auch ein paar Pubs, da ist zum Beispiel das Londoner: gemütlich, lässig und seit mehr als 25 Jahren eine Institution in Kitz“, verteidigt Tomma ihren Traumreiseort. Den Gesetzen der Schickeria muss man in Kitzbühel aber allerorts folgen. „Schlecht angezogen weggehen ist nicht drin – so kommt man nicht in den Club“, erzählt Tomma. Gut, schick weggehen kann ja Spaß machen, aber dennoch müssen wir leider sagen, die Kneipenvielfalt und das unkomplizierte Publikum in Davos überzeugen uns mehr als die gesetzte Partyatmosphäre in Kitzbühel.

Was geht gar nicht?

Tomma: „Schlecht angezogen weggehen ist nicht drin.“

Tobias: „Partys in der Schweiz haben ihren Preis.“

Wer hätte das gedacht? Preisvorteil Kitzbühel

Günstig ist ein Skiurlaub selten und wer nach Kitzbühel oder Davos will, der muss ohnehin ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. In Davos kostet ein einwöchiger Hotelaufenthalt in der Vorsaison im Dezember für zwei Personen ab 800 Euro. Hinzu kommt der Skipass, der pro Person bei umgerechnet 295 Euro für sieben Tage liegt. Die Anreise erfolgt am besten per Auto oder Bahn. Etwas günstiger ist da ein Trip nach Kitzbühel. Hier lassen sich Angebote ab 500 Euro für eine Woche und zwei Personen finden. Den Skipass für sieben Tage gibt es dazu ab 245 Euro pro Person. Anreise auch hier per Auto oder Bahn. Klarer Sieger in diesem Vergleich: Kitzbühel.

 

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