In Prag gibt es sehr viel zu sehen. Viele touristische Highlights, die auch gerne von Reisegruppen angesteuert werden und dementsprechend überfüllt sind. Es gibt aber auch einige Ecken in Prag, die zwar noch zentral liegen, aber nicht auf der klassischen Touristenroute. Komm mit mir an einige der schönsten Orte Prags, die noch nicht alle kennen.

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Starte Deinen Tag mit dem Sonnenaufgang über der Karlsbrücke

Frühaufstehern empfehle ich den Sonnenaufgang auf der Karlsbrücke. Zu dieser Zeit hast Du die die Brücke fast für Dich allein. Nur ein paar Nachtschwärmer kehren heim, andere sind unterwegs zur Arbeit. Du hörst nur das Rauschen der Moldau und das der Gaslampen. Die Touristen sind noch weit weg und Du kannst die Brücke in aller Ruhe entdecken.

Frühstück im Café Savoy

Nach dem Sonnenaufgang starten wir den Tag mit einem Frühstück im altehrwürdigen Café Savoy. Das Café liegt an dem linken Ufer der Moldau im Bezirk Kleinseite (Malá Strana /Prag 5)  und ist eines der wenigen Relikte der Prager Kaffeehauskultur. Verschnörkelte hohe Decken, Kronleuchter und  eine große Portion Nostalgie vermitteln einen Eindruck vom Flair der damaligen Zeit. Das Café mit eigener Bäckerei und Konditorei ist ideal für den Kaffee zwischendurch oder das Frühstück zum Start in den Sightseeing-Tag. Das Café Savoy liegt sehr günstig an der Talstation der kleinen Standseilbahn, die Besucher in wenigen Minuten auf den Laurenziberg/Petrin führt. Je nach Fitness bietet es sich aber auch an, den Berg zu Fuß zu erklimmen.

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Der beste Rundumblick vom Petrin

Schon von weitem erkennt man den Aussichtsturm, der unweigerlich an den Eiffelturm in Paris erinnert. Und in der Tat ist dieser Turm eine kleine Hommage an das berühmte Original und wurde nur zwei Jahre nach dem Eiffelturm im Jahr 1891 eröffnet.
Früher war der Turm ein Fernsehturm, heute ist er vor allem wegen dem Rundumblick von der Besucherplattform gut besucht. Der Ausblick ist wirklich sensationell. Prag liegt Dir hier im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen. Fußballfans werden sich über den Blick auf das Strahov-Stadion freuen – eines der größten Sportstadien der Welt.
Der weitläufige Park und die Restaurants bieten viele Sitzmöglichkeiten und sind ein wunderbarer Ort zum Entspannen.

Kurze Geschichtsstunde: Abstecher zur deutschen Botschaft

Wenn Du den Berg in Richtung Norden wieder hinabsteigst, erreichst Du die deutsche Botschaft. Hans-Dietrich Genscher hielt hier im Jahr 1989 seine berühmte Balkonrede.Von dem Pfad, der hinter der Botschaft hinunter zur Hauptstraße führt, hast Du einen guten Blick auf Garten und Balkon.

Das Botschaftsviertel gehört wieder zu den touristischen Highlights. Hier findest Du auch den Aufgang zur Prager Burg mit allen bekannten Sehenswürdigkeiten. Wir lassen die Burg links liegen und laufen wieder in Richtung Moldau und Karlsbrücke. Ich verspreche Dir, es wird voll werden auf den Straßen und Gehwegen.

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Pinkelnde Statuen vor dem Kafka-Museum

Kurz vor der Karlsbrücke biegen wir links ab zum Kafka-Museum. Dort findest Du das Kunstwerk “piss” von David Czerny.. Zwei lebensgroße nackte männliche Statuen stehen sich gegenüber, in ihrer Mitte ein Becken mit den Umrissen Tschechiens und auf Knopfdruck pinkeln die beiden darauf.
Jetzt wieder zurück und unter der Karlsbrücke hindurch. Den Platz Na Kampě kennst Du vielleicht. Hier wurden bereits Szenen des Hollywood-FIlms “Mission Impossible” gedreht.

John Lennon Wand

Nicht weit von dem großen Platz entfernt, wartet mit der John-Lennon-Wand eine weitere versteckte Sehenswürdigkeit. Wenn Du vor dieser Wand stehst, dann ist es auf den ersten Blick sehr schwer, John Lennon zu entdecken. Und leider ist das Original-Gemälde schon längst übermalt.

In den 1980ern entstand das Kunstwerk an der Außenwand des Malteser-Klosters. Zwischendurch wurde es mit regierungskritischen Sprüchen übermalt, so dass es zu Ausschreitungen zwischen Regierung und Jugendlichen kam. Bis heute steht die Wand als Symbol für die Jugend und wird in vielen bunten Schichten bemalt. Ab und zu taucht mal wieder ein John Lennon an der Wand auf. Den Original-John-Lennon suchst Du hier leider vergeblich, aber die bunte Wand mit den vielen Botschaften mitten in der Stadt ist sehr beeindruckend.

Wir laufen jetzt wieder zurück in Richtung zur Karlsbrücke. Wer noch eine kleine Pause machen möchte, findet dazu im Kampa-Park schöne Plätze. Direkt an der Moldau gelegen, bietet sich hier ein wunderbarer Blick auf die Karlsbrücke.

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Mit dem Schwanenboot zur Karlsbrücke

Quer durch den Park in Richtung Süden geht es dann wieder zum  Café Savoy. Hier queren wir die Moldau und steuern die Bootsanlegestelle auf der Insel auf der anderen Seite an. Es gibt nichts Besseres als eine Stadt vom Wasser aus zu erkunden. Wenn Du viel Glück hast, mietest Du den Tretboot-Schwan und Du kommst damit der Karlsbrücke aus einer ganz besonderen Perspektive nahe.

Stärkung im Café Louvre

Nach der kleinen Bootstour wäre doch wieder Zeit für eine Stärkung. Direkt in der Nähe der Anlegestelle gibt es das Kavárna Slavia. Mir hat es dort aber nicht so gut gefallen. Mein Favorit ist das Café Louvre. Die traditionsreiche Adresse befindet sich im ersten Stock und auch hier fühlt man sich wieder in die Goldene Zeit der Kaffeehauskultur zurück versetzt.

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Prager Wurst am Wenzelsplatz

Von hier aus ist es auch nicht weit zum Wenzelsplatz und den vielen Imbissbuden. Mein persönliches kulinarisches Highlight sind jedes mal die fetten Prager Würste. Mit Brot und einem Bier ersetzen sie vom Kaloriengehalt gesehen mehrere Mahlzeiten.

Das Metronom für den Postkarten-Ausblick

Einen wunderbaren Ausblick über die Stadt inklusive Postkarten-Motiv bietet Dir der Platz rund um das riesige Metronom im Norden der Stadt. Bis in die 1960er stand an dieser Stelle bis zu ihrer Sprengung die weltgrößte Stalin-Statue. Inzwischen wurde Stalin durch das Metronom ersetzt, das den Takt angibt.
An Sommertagen bevölkern Skateboarder und Inline-Skater den Platz. In dem dahinterliegenden Park treffen sich viele Einheimische in den Biergärten oder zum Picknicken. Das Highlight ist aber auf jeden Fall der Postkartenausblick, der sich von hier bietet. Die Moldau mit ihren Brücken im Vordergrund und dahinter thront die Altstadt Prags.

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