Schloß Neuschwanstein

Es gibt nur wenige Sehenswürdigkeiten, die ausländische Touristen sofort mit Deutschland verbinden. Einer dieser Orte ist das Schloß Neuschwanstein bei der Stadt Füssen im Süden Bayerns.

Natürlich kannst Du mehrere Tage in der Gegend verbringen. Aber wenn Du nicht viel Zeit hast und vielleicht gerade schon in München bist, dann bietet sich ein Tagesausflug an.

Entspannte Anreise mit dem Zug ab München

Bahn

Mit dem Zug bist Du etwa zwei Stunden von München nach Füssen unterwegs. Wenn Du also früh startest, kommst Du entspannt nach Füssen, besuchst das Schloß und schläfst abends schon wieder in Deinem Bett in München.

Deine Fahrt startet am Münchner Hauptbahnhof. Die Züge fahren hier stündlich als Regionalexpress meist ohne Umsteigen bis nach Füssen. Auch die Rückfahrt erfolgt stündlich bis in die Nacht hinein. Dadurch kannst Du in Füssen den Tag noch mit einem leckeren Abendessen beschließen.

Kleiner Fun Fact am Rande. Die Fahrt mit dem Zug dauert genauso lange wie mit dem eigenen Auto. Sie ist aber viel entspannter und Du musst rund um das heißbegehrte Schloß keinen Parkplatz suchen.

Wusstest Du eigentlich, dass Du bei Expedia seit Kurzem auch Bahntickets buchen kannst? So kommst Du entspannt wie gewohnt an Deine Tickets für die Deutsche Bahn.

Wenn Du einmal in Füssen angekommen bist, dann bringt Dich einer der Shuttlebusse zur Touristen-Information nach Hohenschwangau. Von hier sind es nur noch wenige Meter bis zum Ticket-Center für die beiden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Tickets für Schloß Neuschwanstein sicherst Du Dir besser im Voraus

Schloß Neuschwanstein

Die Tickets bekommst Du nur hier am Ticket Center und nicht oben am Schloß.

Für Deinen Besuch im Schloß Neuschwanstein empfehle ich Dir, auf jeden Fall Tickets im Voraus zu reservieren. Das Schloß ist mit etwa 1,5 Millionen Besuchern eine der Top-Sehenswürdigkeiten Deutschlands und dementsprechend voll ist es hier.

Ohne Vorab-Reservierung kommst Du nur mit viel Glück in das Schloß, dafür musst Du aber ewig anstehen. Also ganz schlecht für den Zeitplan.

Je nach Verfügbarkeit kannst Du unter www.neuschwanstein.de nur mit Kreditkarte und bis spätestens 2 Tage im Voraus bis 15.00 Uhr (Ortszeit) je nach Verfügbarkeit reservieren.

Die Tickets kosten 13 Euro zzgl. 1,80 Euro Vorverkaufsgebühr (wenn Du sie online kaufst).

Rechne bitte trotzdem genug Zeit ein. Selbst wenn Du Tickets reserviert hast, kann es in den Sommermonaten zu langen Wartezeiten kommen.

Zum Schloß geht´s zu Fuß, per Kutsche oder mit dem Bus

 

Neuschwanstein InnenhofSobald Du Deine Tickets in der Hand hast, kannst Du den Aufstieg zum Schloß starten. Ganz romantisch ist es natürlich mit der kostenpflichtigen Pferdekutsche. Die Kutschen halten vor dem Hotel Müller, von der End-Haltestelle sind es nochmal 500 Meter zu Fuß.
Auch ohne PS bist Du zu Fuß in etwa 45 Minuten dort oben. Der Aufstieg ist sehr moderat und komplett asphaltiert.

Ab hier oben kannst Du den Eingang zum Schloß nicht verpassen. Ein ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass die Touristen zur richtigen Zeit ihre passende Tour finden. Rund um das Schloß zeigen digitale Anzeigen an, welche Tour als nächstes ansteht und wo man sich einfinden soll.

Der Eingang zum Märchenschloß erfolgt über den Innenhof und ist perfekt geregelt.

Im Schloß selbst gibt es nur geführte Touren in vielen Sprachen. Ohne einen Guide kannst Du Schloß Neuschwanstein nicht besuchen. So ein Guide hat aber auch einige Vorteile. Du erfährst viel über das Schloß und seinen Bauherrn, den bayerischen König Ludwig II.

Die Führung dauert je nach Größe der Gruppe etwa 30 – 40 Minuten und führt Dich quer durch das Schloß. Die Tourguides achten auch ganz genau darauf, dass Du im Schloß keine Fotos machst. Das ist nämlich strengstens verboten.

Du wirst erfahren, dass Schloß Neuschwanstein eigentlich noch überhaupt nicht fertig ist. Es war komplett anders geplant und viele Elemente aus den ursprünglichen Plänen wurden nie umgesetzt. Im Schloß selbst wirst Du aber fast auf Schritt und Tritt Schwänen in allen Ausführungen begegnen. Als Gemälde, Türklinken und Schnitzereien.

Drei Highlights im Schloß Neuschwanstein

Neuschwanstein

Die beeindruckendsten Elemente des Schlosses waren für mich der Thronsaal, die Grotte und der Sängersaal.

Der Thronsaal erstreckt sich über zwei Stockwerke und ist einfach nur pompös. Es glitzert an allen Ecken und in der Mitte hängt der mächtige vier Meter hohe Kronleuchter von der Decke. Die Malereien spiegel das Selbstverständnis König Ludwigs. Er sah sich selbst als Bindeglied zwischen Gott und der irdischen Welt.

Vor meinem Besuch habe ich viel von der künstlichen Tropfsteinhöhle gehört. Und es gibt sie wirklich! Während der Tour stehst Du irgendwann in dieser einfach wahnwitzigen Nachbildung einer Grotte, die mitten zwischen den anderen Räumen angelegt wurde.

Absolutes Highlight ist aber der Sängersaal. Angeblich hat Ludwig II. die Wartburg besucht und war so begeistert von dem dortigen Sängersaal, dass er sich auch einen in sein Schloß bauen ließ. Der Sängersaal erstreckt sich über das gesamte vierte Stockwerk und ist atemberaubend. Unter einer hölzernen Kassettendecke hängen schwere Kronleuchter und Wandmalereien zeigen Szenen aus dem berühmten Sängerstreit aus Richard Wagners Oper „Tannhäuser“.

Richard Wagners Opern wirst Du in Schloß Neuschwanstein begegnen. Denn König Ludwig II. war großer Wagner-Fan und laut unserem Guide wurde das gesamte Schloß als Huldigung an Wagners Werke “Tannhäuser” und “Lohengrin” als riesige Theaterkulisse geplant. Theoretisch hätten in den Räumlichkeiten sogar viele Stücke Wagners sofort aufgeführt werden können.

State of the Art-Technik À la 1889 und ein weiteres Schloß in der Nachbarschaft

Neuschwanstein

Ein weiteres Highlight ist die Technik in Schloß Neuschwanstein. Als es zwischen 1869 und 1889 gebaut wurde, war die verwendete Technik bereits “State of the Art”. Im Schloß gab es damals schon fließendes Wasser auf allen Stockwerken, einen Telefonanschluss, Toiletten mit Wasserspülung, einen Lastenaufzug für das Essen und sogar eine Heißluft-Zentralheizung.

Nach der Tour solltest Du unbedingt noch einen Abstecher zur Marienbrücke machen. Vom Schloß führt ein gut ausgeschilderter Weg zur Brücke und hier hast Du den bekannten Postkartenblick auf das Schloß.

Auf dem Weg zur Marienbrücke liegen noch ein paar Aussichtspunkte, die wunderbare Blicke auf die malerische Umgebung eröffnen. Vor Dir liegt der unnatürlich blaue Alpsee und das zweite Schloß in direkter Nachbarschaft: Schloß Hohenschwangau. Dieses Schloß ist das Elternhaus von König Ludwig II. und war seine Basis während der Bauarbeiten, denn von hier aus beobachtete er den Baufortschritt per Fernrohr.

Auf Höhe der Marienbrücke ist übrigens auch die Haltestelle für den Shuttlebus, der Dich vom Ticketcenter im Tal sowohl den Berg hoch als auch jetzt wieder hinunter bringt. Du kannst aber natürlich auch zu Fuß oder in der Pferdekutsche wieder ins Tal absteigen.

Wenn Du jetzt noch Zeit hast, kannst Du noch Schloß Hohenschwangau besichtigen. Anders als Schloß Neuschwanstein ist es nicht so überlaufen, so dass Du auch spontan noch ein Ticket bekommen solltest.

Wenn Du alles gesehen hast, dann bringt Dich der Shuttlebus wieder zum Bahnhof und Du kannst von hier wieder direkt nach München fahren.

Kommentare

    oli

    Cooler Beitrag, Thomas. Ich war vor ein paar Jahren während den Sommerferien auch einmal dort und habe die Tickets relativ problemlos vor Ort gekauft.

    Insgesamt hat mich das Erlebnis allerdings eher genervt. Ich fand es ziemlich hässlich, wie man im Eiltempo durchgeschleust wird. Und Fotos sind auch keine erlaubt. An so einen Ort muss man meiner Meinung kein zweites Mal, auch wenn das Schloss sonst schon recht cool wäre.

    09/10/2017 at 10:15 pm

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht