FKK-Strand Regeln

FKK-Strände erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Besonders in Europa, Ozeanien sowie Nord- und Südamerika gibt es immer mehr Strände, an denen Ihr Euch unbekleidet aufhalten könnt, und die Zeiten, als dies nur etwas für „echte Nudisten“ war, sind lange vorbei. Immer mehr Reisende sehen die Vorteile eines Nackturlaubs und viele machen den ersten Schritt, nachdem sie ein Hinweisschild auf einen textilfreien Strand gesehen haben.

Dabei tauchen natürlich einige Fragen auf, da es die meisten Menschen nicht gewohnt sind, in der Öffentlichkeit nackt zu sein:

Wo darf ich hinschauen?

Wie bewege ich mich?

Was ist, wenn ich etwas Dummes mache?

Um Euch den ersten Schritt etwas zu erleichtern, stellen wir Euch hier die geltende Etikette vor.

Den richtigen Strand wählen

FKK-StrandDas klingt naheliegend, aber hierbei sind schon vielen Fehler unterlaufen. Abgesehen von den sehr bekannten FKK-Resorts in Cap d’Agde in Frankreich oder Vera Playa in Spanien ist Nacktheit selten am ganzen Strand erlaubt. In der Regel gibt es Hinweisschilder, die den textilfreien Strandabschnitt kennzeichnen. Achtet also darauf, Euch auf der richtigen Seite aufzuhalten. Außerdem besteht ein Unterschied zwischen offiziellen und inoffiziellen FKK-Stränden. In Griechenland gibt es beispielsweise nur fünf offizielle Nudistenstrände, aber mehr als einhundert inoffizielle. Dort wird Nacktheit üblicherweise akzeptiert, aber dies hängt auch sehr von den anderen Besuchern ab. Insbesondere in der Hauptsaison können sich dort viele bekleidete Gäste aufhalten und dann fühlt Ihr Euch vielleicht fehl am Platz.

An manchen Stränden kann man bekleidet oder textilfrei sein („clothing optional“), an anderen muss man nackt sein. An ersteren habt Ihr also die Wahl, was Ihr anlasst oder auszieht, an den anderen darf tatsächlich keinerlei Bekleidung getragen werden.

Wenn Ihr das erste Mal an einen FKK-Strand geht, solltet Ihr Euch unbedingt für einen offiziellen entscheiden. Ob Ihr einen „Clothing optional“-Strand wählt oder einen nur für Nudisten, bleibt Euch überlassen. Vielleicht ist es ganz praktisch, zu wissen, dass Ihr Euch nicht ausziehen müsst, falls Euch das noch unangenehm ist. Aber denkt daran: Je länger Ihr wartet, desto schwerer wird es.

Schauen, aber nicht glotzen

Clothing Optional-StrandNun seid Ihr also das erste Mal von Dutzenden, wenn nicht sogar Hunderten von nackten Menschen umgeben. Ihr habt das Gefühl, von allen Seiten beobachtet zu werden, wisst nicht, wohin Ihr schauen sollt und haltet deswegen Eure Augen auf den Sand zu Euren Füßen gerichtet. Das ist aber überhaupt nicht notwendig. Seht Euch ruhig um, schaut, wer noch da ist und was die anderen so tun. Ihr werdet feststellen, dass niemand Euch sonderlich beachtet.

Ähnlich wie an einem Textilstrand solltet Ihr niemanden ungeniert anstarren. Kein Mensch möchte das Gefühl haben, von oben bis unten gemustert zu werden.

Wenn Euch jemand in ein Gespräch verwickelt, versucht, Augenkontakt zu halten, auch wenn da gerade ein Nackter vor Euch steht. Natürlich werden Eure Augen abschweifen und es ist nichts Schlimmes dabei, einen kurzen Blick zu riskieren. Bemüht Euch einfach, zu 95 % in die Augen Eures Gegenübers zu blicken.

Kein Sex am Strand

Paar am StrandManche Menschen verbinden Nacktheit immer noch mit Sex und sind daher der Meinung, es sei in Ordnung, an einem FKK-Strand Sex zu haben. Das stimmt aber nicht. An textilfreien Stränden hat das Nacktsein nichts mit Sex zu tun und sexuelle Handlungen sind streng verboten oder zumindest nicht gern gesehen. Natürlich könnt Ihr Händchen halten, kurz miteinander kuscheln, Euch küssen oder gegenseitig mit Sonnencreme einreiben. Dabei sollte es aber auch bleiben.

Mehr zum Thema Sex am Strand findet Ihr hier in unserem Survival Guide für den perfekten Sex am Strand

Mitbringen: Sonnencreme, Handtuch und Schuhe

SonnencremeSonnencreme ist ziemlich offensichtlich, denn manche Körperteile sind im Alltag selten der Sonne ausgesetzt und daher besonders empfindlich. Natürlich wollt Ihr so schnell wie möglich eine nahtlose Bräune, aber beim Abendessen wird es eher ungemütlich, wenn Ihr am Hintern einen Sonnenbrand habt.

Ein Handtuch braucht Ihr, um den Sand von Orten fernzuhalten, wo Ihr ihn definitiv nicht haben wollt. Es ist aber auch aus hygienischen Gründen sinnvoll, falls es am Strand eine Bar oder ein Restaurant gibt. Unter Nudisten gilt, dass sich immer etwas zwischen Körper und Stuhl befinden sollte.

Schuhe sind praktisch, weil textilfreie Strände häufig ziemlich abgeschieden sind. Vielleicht müsst Ihr durch einen Wald laufen oder über Felsen klettern, um dorthin zu gelangen. Als Belohnung warten einige der unberührtesten Strände der Welt auf Euch.

Keine visuellen Souvenirs

Fotografieren am FKK-StrandHeutzutage werden überall Selfies gemacht, insbesondere im Urlaub. Euer erster Besuch an einem FKK-Strand ist natürlich ein besonderes Erlebnis und bevor Ihr Euch verseht, habt Ihr bestimmt Euer Smartphone in der Hand. Ein Selfie zu machen, ist kein Problem, solange nur Ihr selbst darauf seid. Niemand sonst möchte nackt in Eurem Fotoalbum oder auf Eurer Facebook-Seite zu sehen sein. Macht ein paar Selfies und packt Euer Smartphone dann weg, um die Landschaft zu genießen.

Als Fotografen mit Spiegelreflexkamera und großem Teleobjektiv kommt Ihr sicher an vielen Orten leicht mit Menschen ins Gespräch. Nudistenstrände zählen jedoch nicht dazu.

Abstand halten

An normalen Stränden ist es nicht ungewöhnlich – insbesondere in der Hauptsaison –, dass die Besucher dicht an dicht nebeneinander liegen. FKK-Strände sind in der Regel weniger überlaufen, daher solltet Ihr etwas Abstand zu Euren Nachbarn halten. Lasst einen oder zwei Meter Platz zum nächsten Handtuch.

Textilfreie Strände und andere Orte für Nudisten bilden häufig einen sozialen Rahmen. Da alle Menschen dort etwas gemeinsam haben, kommt man viel leichter ins Gespräch. Allerdings fühlen sich nicht alle gleich wohl dabei, nackt zu sein, insbesondere am Anfang. Wenn sich jemand ganz an den Rand des Strands zurückzieht, will er wahrscheinlich nicht an Eurem Barbecue teilnehmen.

Viel Spaß!

Muschel im MeerZusammen mit anderen nackt zu sein, ist etwas ganz Neues für Euch und ein großer Schritt heraus aus Eurer Komfortzone. Seht es als Chance! Genießt die Freiheit, den Wind auf Eurem ganzen Körper, das erste Nacktbaden und werdet nahtlos braun. Ihr werdet Euch bald fragen, warum Ihr nicht schon früher auf die Idee gekommen seid, einen textilfreien Strand zu besuchen.

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