intro-iglooUrsprünglich die Behausung der Eskimos und Inuit, wird das Iglu heute meist nur noch als Schutzhütte gebraucht. Oder aber für ein besonders Outdoor-Erlebnis von Abenteurern und Naturliebhabern gebaut. Erlebnispädagoge Christoph Oberhauser bietet unter dem Motto “Natur und Du“ gemeinsames Iglu-Bauen im Bregenzerwald in Österreich an und verrät Expedia, wie man sich sein eigenes Schnee-Haus baut:

Schritt 1: Die Vorbereitung

Wer zum Iglu-Bauen aufbricht, sollte Schneesägen, Lawinenschaufeln aus Metall mit langem Stiel, eine 2 m lange Schnur, Skistöcke und Schneeschuhe einpacken. Das Abenteuer beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Bauplatzes: windgeschützt und mit Panoramablick. Für ein stabiles Fundament sollte der Schnee festgetreten werden. „Die Größe des Iglus bestimmt man am besten, wenn sich alle Übernachtungsgäste mit etwas Abstand nebeneinander legen“, so Christoph Oberhauser (bewegend.com). „Dann zieht man einen Kreis darum, und rechnet rundum 20 cm Bewegungsraum und 15 cm für den Kältegraben dazu. Für ein Vierer-Iglu benötigt man mit vier bis sechs Leuten etwa fünf Stunden reine Bauzeit – immer abhängig von der Schneebeschaffenheit und den Temperaturen.“

Der Bauplatz. © Christoph Oberhauser
Der Bauplatz. © Christoph Oberhauser

Schritt 2: Den Grundstein legen

Zunächst sollte die obere weiche Schneeschicht abgetragen werden. Optimal ist, wenn die darunterliegende, feste Schneeschicht mindestens 50 cm tief ist. Daraus mit der Säge ca. 60 cm lange, 45 cm breite und mindestens 20 cm dicke Blöcke rausschneiden. „Der Steinbruch sollte nicht zu weit vom Iglu-Bauplatz entfernt sein“, rät Christoph Oberhauser. „Die Blöcke, die je nach Schnee und Größe zwischen 10 und 20 kg wiegen können, müssen von Hand zum Bauplatz transportiert werden.“ Beim Transport darauf achten, diese nicht an den Ecken anzufassen – so behalten sie ihre Form. „Zurück am Bauplatz, fixiert Ihr am besten eine Schnur an einem (Ski-)Stock in der Mitte des künftigen Iglus und markiert den Innenradius“, so Oberhauser weiter. „Dann legt Ihr – etwas nach innen geneigt – den ersten Grundstein.“ Der Spalt, der dadurch an der Außenseite entsteht, wird mit Schnee verfugt.

Schritt 3: Die Kugelform

Damit das Iglu seine typische Kugelform erhält, muss – nachdem die erste Reihe steht – der „Spiralschnitt“ erfolgen: „Dabei sägt Ihr vom Boden ab eine nach oben laufende Linie schräg durch etwa vier Blöcke. Die abgesägten, oberen Teile der Blöcke werden entfernt“, erklärt der Outdoor-Guide. „Und Ihr bekommt damit eine Steigung, die wie eine kleine Rampe aussieht. Darauf könnt Ihr dann spiralförmig weiterbauen.“

Schritt 4: Die zweite Reihe. Und die dritte.

Auf der eben geschaffenen Rampe geht’s dann weiter: Auf den Spalt zwischen den niedrigsten Steinen kommt der erste Block der zweiten Reihe. Die Zwischenräume werden mit Schnee verfugt. „Der Eingang wird erst gegraben, wenn nur noch zwei bis drei Schichten zur Fertigstellung des Iglus zu bauen sind. Sonst wäre das Iglu instabil und man müsste während der Bauphase ständig über den Eingangsbereich steigen“, so Christoph Oberhauser. „Den letzten Stein solltet Ihr von innen setzen.“

bewegend-iglu-bauen08
© Christoph Oberhauser

Schritt 5: Der Eingang

Das Iglu steht! „Ein Kältegraben (etwa 15 cm breit und 20 cm tief) am inneren Rand des Iglus sorgt dafür, dass die kalte Luft in den Graben sinkt und von dort über den Eingang nach außen gelangt“, weiß der Vorarlberger. „Auf der wind- und wetterabgewandten Seite des Iglus wird der Eingangstunnel etwa 60 bis 100 cm tief (abhängig von der Schneehöhe; je höher, umso aufrechter kann ins Iglu gekrochen werden) unterhalb des Bodens gegraben. Man steigt also von unten nach oben ins Iglu ein! So bleibt die Kälte draußen und man hat eine konstante Temperatur von +4 bis 6°C zum Übernachten.“ Bleibt es kühl und ist das Iglu vor Sonne und Regen geschützt, kann es den ganzen Winter stehen.

Das Iglu ist fertig! © Christoph Oberhauser
Das Iglu ist fertig! © Christoph Oberhauser

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht