Was ist Hákarl?

Hákarl ist eine isländische Spezialität, die für unseren Gaumen ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Sie besteht aus dem Fleisch des Grönlandhais, das durch Fermentierung und anschließende Trocknung haltbar gemacht wird. Aufgrund des intensiven Geschmacks und Geruchs wird die Speise im Volksmund auch als „Gammelhai“ bezeichnet. Viele Touristen wagen sich bei einer Reise auf die sagenumwobene Insel an dieses uralte Traditionsprodukt.Hákarl

Foto Credit: Kirk K via Flickr

Wie wird Hákarl hergestellt?

Der Hai wird zunächst ausgenommen, entgrätet und gesäubert. Anschließend wird der Fisch in einer luftdurchlässigen Holzkiste mit Felsplatten beschwert gelagert. Nach einer Reifezeit von sechs bis sieben Wochen im Sommer bzw. zwei bis drei Monaten im Winter wird das Fleisch in einer Trockenhütte getrocknet. Die Spezialität ist für den Menschen nur aufgrund der Fermentierung genießbar.HákarlFoto Credit: Alex Berger via Flickr

Wie isst man Hákarl?

Hákarl ist nicht nur ein Highlight für Touristen. Die Spezialität ist auch ein traditioneller Bestandteil des sogenannten Þorrablót-Mahls. Einst war dies eine Opferfeier für die Götter; heutzutage nehmen es die Isländer als Anlass, um gemeinsam mit Freunden und Familie in geselliger Runde zu speisen.

Vor dem Verzehr wird zunächst die braune Kruste entfernt, die sich während des Herstellungsprozesses auf dem Fleisch gebildet hat. Das weiße Fleisch wird dann in kleine Stücke geschnitten und mit dem isländischen Schnaps Brennivín serviert.BrennivínFoto Credit: Wout via Flickr

Hákarl gilt als verdauungsfördernd und auch sonst wird der Speise eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Doch Achtung: Ein übermäßiger Verzehr kann abführend wirken. Die meisten Touristen sind allerdings sowieso schon mit einem kleinen Probierstückchen bedient.

Wo kann man Hákarl bekommen?

Wer die gewöhnungsbedürftige Spezialität einmal selbst verkosten möchte, sollte am Besten nach Island gehen. Bei einer Reise auf die Insel aus Feuer und Eis bekommt man Hákarl überall, sowohl in Geschäften als auch in Restaurants. Oft wird der Fisch als eine Art Fingerfood in Würfel geschnitten und mit einem Zahnstocher versehen gereicht, sodass man nicht gleich einen ganzen Fisch kaufen muss.
HákarlFoto Credit: bnhsu via Flickr

Inzwischen bieten aber auch einige Versandhändler im Internet den Gammelhai an. Somit kann man die eigenwillige Spezialität also sogar bequem zu Hause verkosten.

Warum isst man Hákarl?

Wie bereits erwähnt, wird der Fisch im Rahmen eines traditionellen Mahls gereicht, bei dem daran erinnert werden soll, dass das Leben gegen Ende des Winters für die Menschen einst sehr schwer war.
Hákarl konnte in solchen Zeiten für die Bewohner der rauen Insel überlebensnotwendig sein, wenn sich die anderen Lebensmittelvorräte schon dem Ende neigten. Durch die traditionelle Konservierungsmethode konnte der Fisch für schwere Zeiten haltbar gemacht werden. Noch immer schwören in Island viele Einheimische auf die Speise, die selbst in den gehobenen Restaurants des Landes auf der Speisekarte steht.

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