USA, Idaho, Redfish Lake and Sawtooth Mountains

Die Idee, im Winter in die USA zum Skifahren zu reisen, klingt zunächst einmal recht exotisch. Dennoch lohnt sich der weite Weg nach Übersee allemal: Nicht nur die gebotenen Landschaften sind in den USA fantastisch und abwechslungsreich, In den Skigebieten der USA geht es wesentlich relaxter zu als auf europäischen Pisten. Die Unterschiede zwischen den USA und der alten Welt werden dabei umso spürbarer, je bekannter und populärer die europäischen Skigebiete sind. Das liegt nicht nur daran, dass die USA wesentlich mehr Fläche zu bieten haben und sich somit die Masse der Skibegeisterten naturgemäß gleichmäßiger verteilt als auf den recht überlaufenen „In“-Skigebieten der Alpen. Auch der gesamte Umgang ist in den USA „easy going“: hier meint kaum im Gegensatz zum eher aufgeregt-chaotischen Fahren in Europa kaum jemand, auf der Piste anderen imponieren zu müssen.

My private Idaho – Ketchum und Sun Valley

Als Ziel für das winterliche Sportvergnügen eignet sich zum Beispiel der im Nordwesten der USA gelegene Bundesstaat Idaho. Dieser dünn besiedelte Bundesstaat (durchschnittlich gerade einmal 7,2 Einwohner pro Quadratkilometer) bietet vielerlei Möglichkeiten, die weiße Pracht auf zwei Brettern (wahlweise auch auf dem Snowboard) zu genießen. Zum Beispiel im Sun Valley. Dieses direkt an das Örtchen Ketchum grenzende Skigebiet ist im Winter nicht nur eine schneesichere Gegend mit ausreichenden Schneehöhen und hervorragend gepflegten Pisten, sondern umfasst zudem eine kaum zu überbietende Bandbreite an unterschiedlich schwierigen Abfahrten, die weltweit ihresgleiches sucht. Der 2789 m hohe Bald Mountain, von den Einheimischen und Touristen zärtlich-liebevoll auch „Baldy“ genannt, ist der zentrale Berg des gesamten Gebirgsmassivs. Hier finden sich die meisten Skilifte und die größte Variation an Pisten, die von leicht bis sehr schwer reicht.

Sonne Tanken im Sun Valley

Das gemeinhin im Sun Valley vorherrschende trockene Klima und Temperaturen weit unterhalb der –10 °C Grad sorgen im Januar und Februar für Pulverschnee von Feinsten. Auch die Bezeichnung des Tales – Sun Valley – macht ihrem wörtlich zu nehmenden Namen alle Ehre: hier finden Sonnenanbeter auch im Winter fast immer die maximale für die jeweilige Jahreszeit erreichbare Sonnenscheindauer. Somit ist das Skizentrum, welches im Zuge des populär gewordenen Skisports nach den olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid stark erweitert und „Sun Valley“ genannt wurde, schon fast legendär. Auch in technisch-komfortabler Hinsicht war Sun Valley stets weit vorne: Zum Beispiel war es das erste Skigebiet der Welt, das seine Gäste mit Sesselliften auf die Berge befördern konnte.

Ketchum und Sun Valley gehören seit langem zu den beliebtesten Skidestinationen in den USA und werden in Umfragen häufig als eines der besten Skigebiete der gesamten USA genannt. Persönlichkeiten wie Clark Gable, Errol Flynn und Marilyn Monroe pflegten hier Ski zu fahren, und in der heutigen Zeit kann man mit Glück Oprah Winfrey, Tom Hanks oder sogar Arnold Schwarzenegger hier am Skilift treffen.

Hotels und Lodges

Im Zuge der Erweiterung wurde auch das 1937 eröffnete Sun Valley Inn gebaut, welches heutzutage nicht nur zentrales Hotel am Platze ist, sondern auch ganzjährig als Konferenzzentrum genutzt werden kann. Das im europäischen Stil gehaltene Haus (selbst ein Outdoor-Swimmingpool ist vorhanden) bietet dabei eine lockere Atmosphäre und eine Speisenauswahl, deren Bandbreite von „rustikal“ bis „Gourmet“ umfasst. Auch eine Cocktailbar ist selbstverständlich vorhanden, um den Abend bei einem leckeren Drink ebenso genießen zu können wie das Skifahren und die Sonne tagsüber zuvor. Das Hotel selbst ist umgeben von zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und kleinen Geschäften in Inhaberhand, die lokale Erzeugnisse anbieten.

Bunte und schwarze Symbolik

Zu beachten ist, dass die Schwierigkeitsgrade de Skipisten in den USA mit anderen Farben und Symbolen gekennzeichnet sind, als man dies von Europa her kennt. Eine leichte Abfahrt wird in den Alpen beispielsweise mit einem blauen Kreis markiert, während die Farbe blau (als blaues Quadrat) in den USA bereits für eine mittelschwere Abfahrt steht. Die schweren und sehr schweren Pisten werden in den USA mit einem auf der Spitze stehenden schwarzen Quadrat bzw. zwei nebeneinanderstehenden schwarzen Diamanten markiert. Bezüglich der US-Symbole für Skipisten-Schwierigkeitsgrade sollte man sich also auf jeden Fall vor der ersten Abfahrt aktuell informieren.

Klein, aber oho

Das im Süden des Bundesstaates gelegene kleine Örtchen Ketchum ist zwar mit knapp 2.700 Einwohnern nicht gerade eine Großstadt, dafür stellt es aber die zentrale Anlaufstelle für Skifahrer sowie das Zentrum des direkt angrenzenden Skigebietes Sun Valley dar. Das quirlige Örtchen beherbergt sogar ein Kunstzentrum, das 1971 gegründete „Sun Valley Center for the Arts“, dessen Hauptsitz sich auch hier befindet. Ein zweiter Standort des Kunstzentrums befindet sich im 15 km entfernten Hailey. Am Hauptsitz des Sun Valley Center for the Arts werden regelmäßig künstlerische Gestaltungskurse für die jährlich rund 25.000 Besucher angeboten. Und das Beste daran: viele der Kurse sind kostenlos.

Einfach Hemingway-esk

Ketchum war auch die letzte Residenz im Leben von Ernest Miller Hemingway, dem berühmten US-amerikanischen Schriftsteller. Seit 1939 kam Hemingway immer wieder in das beschauliche Örtchen, wo er am 02. Juli 1961 nach einem seiner zahlreichen Krankenhausaufenthalte im Alter von nur 61 Jahren verstarb. Sein Grab befindet sich am Rande eines Baumhaines auf dem örtlichen Friedhof. Das in dem heute populären Skiort gelegene Haus mitsamt der berühmten Schreibmaschine des Schriftstellers kann im 50er-Jahre-Originalzustand besichtigt werden.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten

Auch die zahlreichen und idyllisch gelegenen Seen des Bundesstaates, von denen manche in besonders gepflegten Naturschutzgebieten liegen, bergen gerade in der winterlichen Sonne besondere Momente und sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Als besonders empfehlenswert sind hier der Alturas Lake, der Redfish Lake sowie der Pettit Lake zu nennen. Alle drei genannten Seen sind vom zentralen Skigebiet Sun Valley aus über die ID-75 N jeweils nur eine gute Autostunde entfernt erreichbar.

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