Vancouver

Ich habe noch niemanden getroffen, der in Vancouver war und nicht begeistert. Niemanden. Man erwähnt Vancouver und das Gesicht des Gegenübers erhellt sich. Dabei ist es vollkommen unerheblich aus welchen Breitengraden das Gegenüber stammt. Das habe ich noch bei keiner Stadt erlebt. Vancouver, du Sehnsuchtsstadt. Für Urlauber, Auswanderer und Work und Traveller gleichermaßen.

Warum das so ist? Vancouver ist sehr blau und sehr grün. Vancouver ist sauber, ohne steril zu sein. Vancouver ist international. Die Menschen am Pazifik sind freundlich, aber nicht aufgesetzt. Und dieses Licht… Vancouver ist eine dieser Städte, die bei schönem Wetter richtig schön ist.

Hier habe ich 5 Tipps für Vancouver zusammengestellt, die Ihr unbedingt auf Eurer To do-Liste haben solltet:

Vancouver Lookout

Vancouver von oben

Der Vancouver Lookout an der West Hastings Street ist nicht unbedingt etwas für Menschen mit Höhenangst, aber machbar (die Autorin hat es auch überlebt und oben angekommen sehr genossen).  Die Herausforderung ist – abgesehen von der Höhe von 147 Metern – der komplett gläserne Fahrstuhl mit dem Ihr außen am Turm hinauffahrt. Von der Aussichtsplattform habt ihr einen grandiosen Blick über die Stadt und den Fjord Burrard Inlet. Mein Tipp, wenn Ihr Euch die Kosten von 17.50 kanadischen Dollar (Studenten: 12,50) sparen wollt: Entscheidet Euch einfach für ein Essen in schwindelnden Höhen. Das Top of Vancouver – Revolving Restaurant ist zwar latent überteuert, aber gut. Und im rotierenden Restaurant – ein Relikt der 70er Jahre – lässt sich bei einem Glas Wein wunderbar der 360 Grad Blick über Vancouver genießen.

Vancouver Revolving Restaurant

Gastown – Historie und Film

Gastown Clock

Gastown – der Name lässt vermuten, dass es hier vor Industrie nur so dampft. Das stimmt nicht so ganz: Das erste Gebäude im historischen und ältesten Viertel Vancouvers war eine Taverne – eröffnet und errichtet vom Briten John Deighton im Jahre 1867. Jack hatte den Spitznamen Gassy Jack, weil er auf einem Dampfschiff nach Vancouver gekommen war. Die Taverne führte dazu, dass sich mehr und mehr Bars sowie eine Sägemühle und ein Seehafen ansiedelten. Und mit Ihnen mehr und mehr Einwanderer.

Gastown

Seit 1977 hat das Viertel, das weitestgehend mit Kopfsteinpflaster ausgelegt ist, eine weitere Attraktion, die seinem Namen gerecht wird: Die weltweit erste Dampfuhr an der Ecke Cambie Street/Water Street. Die Gastown Steam Clock pustet zu jeder vollen Stunde Dampf in die Luft und macht sich alle 15 Minuten durch Glockenklang bemerkbar.

Nicht nur durch die liebevoll gestaltete Uhr, die etwa 100 Jahre älter aussieht als sie eigentlich ist, strahlt das Viertel etwas sehr entschleunigtes und heimeliges aus. An der Water Street, die parallel zum Wasser verläuft, lässt es sich wunderbar schlendern und stöbern. Von klassischen Souvenirs und einem Cowboystiefel-Fachgeschäft bis zu Künstlergalerien und Juwelieren mit filigraner Silberkunst der Ureinwohner. Ans Herz legen möchte ich Euch hier besonders die Geschäfte Silver Gallery und Hills Native Art.

Gastown Vancouver

In Gastown findet Ihr nicht nur die Vancouver Film School, sondern tatsächlich Filmteams beim Dreh: Mir sind am ersten Tag im Viertel gleich drei unabhängige Produktionen begegnet – inklusive Vince Vaughn, der zum Dreh von Deadpool 2 vor Ort war.

Vancouver ist ein bei Produzenten beliebter Drehort: Riverdale, Supernatural und Akte X gehören wohl zu den bekanntesten in Vancouver gedrehten Serien. Wegen abgesperrter Straßen müsst ihr zwar mitunter einige Umwege in Kauf nehmen, dafür erlebt hier eine wirklich inspirierende, kreative Atmosphäre. Und habt vielleicht sogar die Chance als Statisten im nächsten Blockbuster aufzutauchen!

Grouse Mountain – Sommer wie Winter top

Grouse Mountain

Der Stadt kann man in Vancouver schnell und auf äußerst angenehme Art entfliehen: Man nehme den Seabus – die Fähre –  von der Station Waterfront zum Waterfront Park in Nord-Vancouver und steigt dort in den Bus 236, der bis zum Grouse Mountain hochfährt. Von der Fähre aus habt Ihr eine tolle Sicht über den Fjord und der Bus fährt durch die beschaulichen Wohngebiete Nord-Vancouvers. Die Straßen sind gesäumt von klassischen Einfamilienhäusern mit Veranda, die in starkem Kontrast zu den eleganten Wohnblöcken in Vancouver Downtown stehen.

Der Grouse Mountain wird vom hiesigen Touristenbüro gerne auch die Spitze Vancouvers genannt. Im Winter kann man hier Skifahren, im Sommer wandern. Oder sich einfach von der Gondel, dem Skyride, hochfahren lassen. Shuttleservice von Downtown Vancouver und Skyride kosten im Touristenbüro (Plaza Level, 200 Burrard St) satte 45 Dollar. Die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln weniger als 5 Dollar und der Aufstieg zu Fuß ist kostenfrei.

Grouse Mountain Vancouver

Grouse Mountain

Nun sei eines zur Warnung gesagt: Der Wanderweg mit dem vielsagenden Namen Grouse Grind – Grind bedeutet so viel wie Plackerei – ist tatsächlich alles andere als zu unterschätzen. Auf 2,9 Kilometern Länge gilt es rund 1200 Höhenmeter hinter sich zu bringen. Der Weg ist mal mehr mal weniger gesichert und ähnelt einer nie enden wollenden Treppe. Dafür macht das ausgestoßene Adrenalin den Ausblick auf British Columbia noch schöner – versprochen. Wichtig: Wanderschuhe mitnehmen! Mit Sandalen ist der Grouse Grind nicht bewanderbar.

Grouse Mountain

Grouse mountain

Oben angekommen lässt es sich im Altitudes Bistro wunderbar Kraft tanken und den grandiosen Blick genießen. Den Berg hinunter nehmt Ihr diesmal den Skyride, der mit 10 Dollar nur ein Bruchteil so teuer ist wie hinauf.

Auch in den Wintermonaten ist der Berg ein Ausflugspunkt: Zwischen November und Mai ist am Grouse Mountain Skisaison. Natürlich hat ein Berg dieser Höhe nicht die anspruchsvollsten Pisten zu bieten, aber für einen Tag lohnen sich die Abfahrten allemal. Tagestickets kosten 63 Dollar, Nachttickets (16 – 22 Uhr bei Flutlicht) kosten 49 Dollar.

Tipp: Auf dem Weg nach Grouse Mountain hält der Bus 236 an der Capilano Suspension Bridge. Die Hängebrücke führt in 70 Metern Höhe über den gleichnamigen Fluss. Mehr lest Ihr hier.

The Drop & Coal Harbour

Vancouver Waterfront

Vancouver und Wasser sind untrennbar miteinander verbunden. Die Beziehung der Stadt mit dem nassen Element symbolisiert The Drop. Das Kunstwerk in Form eines mehrere Meter hohen Wassertropfens wurde 2009 im Zuge eines Kunstprojektes des Vancouver Convention Centers von der deutschen Künstlergruppe Inges Idee designt und errichtet.

Die gleißend-türkise Farbe der Skulptur passt wunderbar zum tiefen Blau des Wassers im Burrard Inlet, was The Drop zu einem der meistfotografierten Motive in Vancouver macht.

Coal Harbor

Coal Harbour ist ein idealer Ort zum Flanieren und Entspannen: Vom angrenzenden Harbour Green Park aus lassen sich wunderbar Wasserflugzeuge bei Start- und Landung auf Vancouvers Wasserflughafen und sogar beim Tanken beobachten – mitten im Wasser steht eine Chevron-Tankstelle.

Stanley Park

Stanley Park

Stanley Park – das ist der größte Stadtpark Kanadas und die paradiesähnliche Oase Vancouvers, die Ihr am besten mit dem Fahrrad erkunden könnt. Wenn Ihr Euch mehr Zeit nehmen wollt, könnt Ihr Stanley Park auch zu Fuß erlaufen. Hierzu solltet Ihr allerdings mindestens 3,5 Stunden einplanen. Wenn Ihr Euch für die Variante mit dem Rad entscheidet, findet Ihr in der Denman Street am Fuße des Parks eine große Auswahl an Fahrradverleihen.

Stanley Park

Totem Vancouver

Als Radstrecke bietet sich die Fahrt auf der Seawall entlang der Wasserfront an. Totempfähle erinnern hier an den Stamm der Squamish, die Ureinwohner British Columbias.  Weitere markante Punkte sind ein Mini-Me der kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen (Girl in Wetsuit) und der Vulkangestein Siwash Rock, ein weiteres Wahrzeichen von Vancouver.

Die Seawall führt Euch bis zum Third Beach – ein feiner Sandstrand vor toller Kulisse – im Westen des Parks. Bei gutem Wetter also unbedingt Badesachen einpacken!

Vancouver

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Kulinarische Tipps für Vancouver und Britisch-Kolumbien findet Ihr hier.

Mehr zur kanadischen Sunshine Coast lest Ihr hier.

Kommentare

    Flug Rene

    Hallo Antonia, fantastische Bilder. Eine sehr schöne Gegend. Vancouver oder generell Kanada muss ich unbedingt in meine Reiseziele aufnehmen. Ich liebe beides die Natur aber auch tolle große Städte. Ich bin immer fasziniert was der Mensch alles schon „erschaffen“ hat überall auf der Welt. Und trotzdem ist es im Vergleich zur Naturgewalt nur ein kleiner Teil. Deine Tipps sind super finde auch gut das du die Preise gleich mit hingeschrieben hast. LG René

    31/10/2017 at 4:24 am

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