Die Golden Gate Bridge in San Francisco

Es liegt wohl nicht allein am berühmt-berüchtigten Nebel, der markanten Skyline und der imposanten Golden Gate Bridge, dass es so viele Menschen nach San Francisco zieht. Mal abgesehen von den Erdbeben und den ach so coolen Start-up-Gründern erwarten Euch in Frisco die kleinen Boutiquen und urigen Bars von Haight-Ashbury – dem Epizentrum der Hippie-Bewegung während des Summer of Love –, die schmucke viktorianische Architektur der Painted Ladies am Alamo Square, die hedonistische LGBT-Szene in The Castro, die köstlichen Burritos im Mission District und so viel mehr!

San Francisco Skyline

Was Ihr in San Francisco unternehmen könnt

An abwechslungsreichen Aktivitäten mangelt es der City by the Bay wirklich nicht. Am besten beginnt Ihr ganz klassisch mit einer Spritztour in einer der typischen Straßenbahnen und stöbert anschließend in einigen Läden am Union Square. Danach könnt Ihr am Pier 39 den niedlichen Robben beim Sonnenbaden zuschauen, durch den Golden Gate Park spazieren, am Baker Beach nackt ins Wasser hüpfen, einige der 43 Hügel der Stadt erklimmen oder in den Vintage-Läden am North Beach auf Schnäppchenjagd gehen. Für Kunstliebhaber empfiehlt sich auch ein Abstecher ins San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA), denn die umfangreiche Sammlung an moderner Kunst des 20. Jahrhunderts ist äußerst sehenswert. Zu den wohl bekanntesten Touristenattraktionen San Franciscos gehört auch die legendäre Gefängnisinsel Alcatraz, die sich gut zwei Kilometer vor der Küste befindet. Dort kann heute das Hochsicherheitsgefängnis besichtigt werden, das während der Nutzungszeit von 1934 bis 1963 diverse illustre Häftlinge beherbergte, darunter Al Capone, Mickey Cohen, James „Whitey“ Bulger und Robert Stround (der berühmte „Birdman of Alcatraz“). Die Touren sind in der Regel schnell ausverkauft – es empfiehlt sich also, im Voraus zu buchen, um Enttäuschungen vorzubeugen.

San Fran Moma
Das quirlige Viertel The Castro befindet sich ganz klar irgendwo unter der Regenbogenflagge – genauer gesagt zwischen Cole Valley, Twin Peaks und dem Mission District. Der Name dieses Stadtteils geht auf das Castro Theatre zurück, das als eines der besten Kinos der Stadt gilt und alljährlich das interessante San Francisco LGBTQ Film Festival veranstaltet. In die Annalen der Geschichte ging das lebhafte Viertel jedoch als Ausgangspunkt und Hochburg der Lesben- und Schwulenbewegung ein. Heute gibt es in The Castro nicht nur jede Menge historischer Spuren und Denkmäler zu entdecken, die an wichtige Persönlichkeiten in der Geschichte der LGBT-Bewegung erinnern; vielmehr ist die LGBT-Kultur hier weiterhin quicklebendig: Überall wehen Regenbogenflaggen und die Straßen werden gesäumt von unzähligen LGBT-Läden, -Buchhandlungen und -Cafés.

Castro in San Francisco

Castro, the LGBT quarter in San Francisco

 

Die prominenteste Figur des mittlerweile international bekannten Lesben- und Schwulenviertels war einst Harvey Milk, ein Bürgerrechtsaktivist und der erste offen homosexuelle Stadtrat von San Francisco, der 1978 ermordet wurde. Sein Fotogeschäft (575 Castro Street) diente auch als Drehort für die Oscar-prämierte Biographie Milk, fungiert mittlerweile aber als Geschäftsstelle der Human Rights Campaign. Die LGBT-Organisation betreibt dort einen Laden, in dem Ihr Bekleidung und Geschenkartikel in dem guten Wissen erwerben könnt, dass der Erlös Bürgerrechtsinitiativen zugutekommt. Besonders interessant für alle, die sich mit der LGBT-Kultur in San Francisco und ihrem historischen Erbe auseinandersetzen möchten, ist das GLBT History Museum (4127 18th Street). Die Ausstellung dieses ersten Museums der USA zur Geschichte von LGBT deckt einen Zeitraum von gut 100 Jahren ab und umfasst beispielsweise Fotografien der Pioniere der Lesben- und Schwulenbewegung sowie Infobroschüren zu den Kampagnen von Harvey Milk.

Essen, Trinken und Feiern in San Francisco

Die multikulturellen Einflüssen von San Francisco schlagen sich auch in der vielfältigen Gastronomieszene nieder. Ob nun dekadente italienische Küche, moderne asiatische Fusion-Küche oder frischer Fisch und Meeresfrüchte – egal, wonach Euch gelüstet, Ihr werdet es finden. Ganz besonders berühmt ist San Francisco allerdings für seine mexikanischen Restaurants, die vor allem eines unglaublich gut können: Burritos. Die Taqueria La Cumbre (515 Valencia Street) hat Burritos in San Francisco erst berühmt gemacht. Wie in vielen anderen Burrito-Läden der Stadt werden die riesigen gefüllten Weizentortillas auch hier mit einer Portion Tortilla-Chips serviert – yay! Auch das Papalote (3409 24th Street, Ecke Valencia Street) serviert fantastische Burritos mit einer Salsa, die mir bis heute das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wenn Ihr mal Abwechslung von Bohnen und Guacamole möchtet und auf authentische asiatische Küche steht, könnt Ihr im Chinatown von San Francisco nicht viel falsch machen. Im größten chinesisch geprägten Viertel ganz Nordamerikas wimmelt es nur so vor Sichuan- und kantonesischen Restaurants. Zu den Highlights gehören das Chong Qing Xiao Mian (915 Kearny Street), das tolle Nudelgerichte der Sichuan-Küche serviert, das Far East Cafe (631 Grant Street), wo viel frischer Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch kommen, und das Great Eastern (649 Jackson Street), das zum Dim-Sum-Erlebnis der Extraklasse einlädt.

Chinatown in San Frnacisco

In The Castro mangelt es dank der lebendigen LGBT-Szenen nun wirklich nicht an schillernden Ausgehmöglichkeiten. Unter den zahlreichen Optionen sticht die Last Call Bar (3988 18th Street) hervor, die von sich selbst behauptet, die längste Happy Hour in Castro zu bieten. Der freundliche, unaufgeregte Szenetreff zieht ein bunt gemischtes Publikum an und legt eine verdammt gute ’80er-Playlist auf. Das Powerhouse (1347 Folsom Street) in SoMa ist eine Gay-Bar ohne Schnickschnack, in der alles möglich ist – dafür sorgen ziemlich starke Drinks und Go-go-Tänzer. Das Wild Side West (424 Cortland Avenue) in Bernal Heights wird bereits seit 1962 von lesbischen Besitzerinnen betrieben und verfügt über einen fast schon legendären Biergarten, in dem angeblich sogar Janis Joplin auf dem Billardtisch herumgeknutscht hat. Auch El Rio (3158 Mission Street) im Mission District kann eine gewisse Tradition vorweisen. Die 1978 eröffnete sympathisch abgedrehte Bar ist ausgesprochen gayfriendly und verfügt nicht nur über eine Tanzfläche, sondern serviert freitags auch kostenlos Austern. Außerdem spielen im Hof öfter mal Bands, es gibt Dragstar-DJs und laut den Betreibern kann man auch schon mal seine Mama mitbringen.

Falls Euch Eure Reise zufällig Ende Juni nach San Francisco führt, kommt Ihr genau richtig zur weltgrößten Gay-Pride-Parade, an der über eine Million fröhliche Menschen teilnehmen. Alle wichtigen Neuigkeiten, Events und Ausgehtipps für den Rest des Jahres findet Ihr im The Bay Area Reporter, der San Francisco Bay Times und dem Gloss Magazine.

Unterkünfte

Die Beck‘s Motor Lodge ist zwar eigentlich kein LGBT-Hotel, liegt aber mitten im Zentrum von The Castro, was es bei der Community sehr beliebt macht. Das auf Nachhaltigkeit bedachte Motel wurde 1958 eröffnet und erst 2016 renoviert, sodass heute alle 58 Zimmer der drei Stockwerke eine moderne, minimalistische Ästhetik aufweisen. Kühlschränke, Kaffeemaschinen, kostenloses WLAN und Flachbildfernseher mit Kabelempfang sind natürlich vorhanden.

Park 55 Hotel in San Francisco

Einen grandiosen Blick auf die Stadt bietet das 4-Sterne-Hotel Parc 55 San Francisco, das zur Hilton-Gruppe gehört. Dort gibt sich nicht nur der Fitnessbereich mit den neuesten Geräten zum Cardio- und Krafttraining hochmodern, auch die HD-Fernseher und Tablet-Konsolen kommen mit viel Hightech daher. Das gastronomische Angebot umfasst neben dem obligatorischen Coffeeshop auch das Cable 55, das typisch amerikanische Gerichte auftischt, sowie das Thai-Restaurant KIN KHAO, über das sogar die New York Times berichtet hat und das auch in der Liste der besten neuen Restaurants der USA von GQ auftaucht.

Falls Ihr eher mit kleinem Budget reist und kein Problem damit habt, ein Zimmer zu teilen, seid Ihr im Green Tortoise Hostel gut aufgehoben. Diese hippe Backpacker-Unterkunft befindet sich im Financial District an der Grenze zu Chinatown und Little Italy. Dort bekommt Ihr etwas für Euer Geld: Jeden Tag wird ein kostenloses kontinentales Frühstück aufgetischt, Abendessen wird drei Mal die Woche gratis angeboten, WLAN ist überall für lau verfügbar und es gibt eine gut ausgestattete Küche, Waschmaschinen, einen großen Tanzsaal mit Instrumenten, einen Billardtisch sowie eine Sauna.

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