Tipps für Pride-Reisen

Juni ist der amerikanische LGBT-Pride-Monat und Saisonbeginn für viele der LGBT-Pride-Festivals auf der ganzen Welt. Der sommerliche Zeitpunkt für Gay-Pride erinnert an die Stonewall-Unruhen, die auch als Christopher Street Day bekannt sind (der Name vieler deutscher LGBT-Pride-Feste stammt vom Christopher Street in New York City).

Die Reise zu einem Pride-Festival ist eine tolle Gelegenheit, eine neue Stadt zu erleben und das LGBTQ-Nachtleben zu genießen. Die meisten Pride-Festivals in Europa – sei es Europride oder ein kleineres, regionales Fest – sind mit einer Reihe von spannenden Aktivitäten für Einheimische und Touristen gespickt.Gay Pride March

Pride – eine kurze Geschichte

Der allererste Pride-Umzug in New York City fand am 28. Juni 1970 statt, genau ein Jahr nach dem heute legendären Stonewall-Aufstand. Zum Stonewall-Aufstand kam es am 28. Juni 1969, als die Polizei in einer Samstagnacht eine Razzia in der Bar Stonewall Inn durchführte. Im Gegensatz zu früheren Razzien versammelten sich diesmal die Stammgäste der Bar und die Umstehenden außen vor dem Lokal und protestierten. Das Ereignis markiert den Beginn des Kampfs der LGBT-Bewegung um die Gleichbehandlung.

Viele frühe Pride-Festivals in Amerika und Europa hatten die Form von Protestmärschen, die oft auf Widerstand und Gewalt seitens der Polizei stießen.  In vielen Schwellenländern, wo die Gleichheit noch nicht anerkannt ist, gilt dies zwar immer noch, aber die meisten berühmten und legendären Pride-Paraden sind heute eher Partys und Spektakel als Protest.

So findet Ihr LGBT-Hotels während eines Pride-Festivals

LGBT-HotelsWer zu einem Pride-Festival reist, muss zuerst einmal eine Unterkunft finden. Auf den Websites vieler Pride-Festivals finden sich Hotelempfehlungen. Beispielsweise nennt Berlin CSD auf der eigenen Website über zehn Unterkünfte für jede Art von Budget, ähnlich wie auch NYC Pride. Es ist nützlich, sich diese Empfehlungen anzusehen, da es sich garantiert um LGBT-Unterkünfte handelt und davon auszugehen ist, dass auch andere LGBTQ-Reisende dort logieren werden. Berlin CSD erwähnt sogar, dass ihre Hotelpartner Künstler und Performer beherbergen, die zum Pride-Festival in die Stadt reisen.

Es kann auch geschickt sein, zu prüfen, wo die Pride-Partys und Festival-Events stattfinden und eine Unterkunft in der Nähe zu buchen. Nach einer langen Festivalnacht will man nicht erst lange den Weg zum Hotel suchen müssen!

Sicherheitstipps für Reisen zu Pride-Festivals

Gay Pride New YorkBei Reisen zu einem Pride-Festival in Westeuropa oder Nordamerika ist die Sicherheit normalerweise kein Problem. Es ist aber trotzdem wichtig, sich des Umfelds und des örtlichen politischen Klimas bewusst zu sein. Eine Reihe wirklich hilfreicher LGBT-Reiseressourcen können die Reiseplanung erleichtern, aber beginnen solltet Ihr mit einigen der unabhängigen, bestens bewerteten Websites mit LGBTQ-Sicherheitstipps und -Nachrichten:

  • Equaldex – eine gemeinschaftliche Website mit Straßenkarten und lokalen Nachrichten. Equaldex bietet eine tolle Übersicht über einzelne Destinationen mit Bewertungen von Nutzern und Nachrichten.
  • International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) – ILGA betreibt ein weltweites Interessensvertretungsnetzwerk mit besonderem Schwerpunkt auf bestimmten Regionen, einschließlich Asien und Europa. Ihre Jahresberichte mit entsprechender Regenbogen-Landkarte liefern eine sachliche Vorschau auf das politische Klima der meisten Länder der Welt.

Sobald Ihr Euch etwas mit der politischen Situation Eures Besuchsziels vertraut gemacht habt, könnt Ihr bequem und informiert die LGBTQ-Pride-Parade genießen und wisst, welche Art von Pride zu erwarten ist.

Wer zu einem Protestmarsch reist, sollte vor dem Marsch so gut wie möglich die lokalen Interessensgruppen kennen lernen, um sich ein genaues Bild der politischen Situation zu machen. Es kann auch wichtig sein, sich bei der eigenen Regierung als Reisender zu melden und sich mit etwaigen Sicherheitshinweisen vertraut zu machen (Dieses könnt Ihr auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.).

So entstehen Bekanntschaften und Freundschaften bei Pride

Gay Pride Ob als Single, mit dem Partner oder einer Gruppe von Freunden – es macht immer Spaß, zu einem Pride-Festival zu reisen.  Jeder Art von Reise birgt ganz eigene Herausforderungen beim Kennenlernen anderer Leute. Aber das ist ja auch der Spaß dabei!  Wer alleine reist, hat eine Menge von Möglichkeiten, andere LGBTQ-Reisende kennen zu lernen.

Für viele schwule Männer besteht die beste Methode vielleicht in Dating-Apps. Man muss sie ja nicht über das einem angenehme Maß hinaus verwenden! Die Scruff-App bietet die Funktion „Venture“, die lokale Botschafter mit Reisenden in Verbindung bringt. Eine tolle Option, um Freundschaften zu schließen und Reisetipps von Insidern zu bekommen.

Eine weitere tolle Möglichkeit, um Leute zu treffen – Einheimische sowie Reisende – ist es, sich bei Facebook-Pride-Ereignissen am Reiseziel anzumelden und nach Gruppen zu suchen, die sich dem LGBTQ-Reisen widmen (wie, die Facebook-Gruppe LGBTQ-Traveler.).

Packliste für Pride-Festivals

Gay Pride in BerlinWas in den Koffer für eine Reise zu einem Pride-Festival gehört, hängt von der Destination ab. Ihr reist zu einem Gay-Pride-Festival in Tel Aviv? Packt die Badehose ein (vorzugsweise knapp)! In Berlin? Badehosen sind hier nicht nötig (es sei denn, es regnet). Die folgenden fünf Dinge sollten bei einem Pride-Festival mit dabei sein:

  • Sexy Kleidung und Unterwäsche – Wenn die Sonne scheint und es sommerlich ist, tragen die Leute überraschend wenig Kleidung (obwohl das eher nicht überrascht). Und während bei einer Pride-Parade sicherlich viel Haut zu sehen ist, könnt Ihr auch eine Menge cooler Kleidung erwarten. Männer wie Frauen: Lustige T-Shirts, Maschenkleidung, sexy Dessous … Alles was Ihr Euch vorstellen könnt, werdet Ihr wahrscheinlich auch zu sehen bekommen. Nicht vergessen: Wer Haut zeigt, sollte Sonnencreme einpacken!
  • Pride-Flaggen – Pride-Festivals können unvorstellbar vielseitig sein. Jede Gemeinde und Stadt hat ihre eigene, einzigartige Sicht auf die Förderung der Gleichheit. Doch die eine Konstante ist die Regenbogenflagge. Von ihr gibt es die ein oder andere Variante, wie etwa Flaggen mit spezieller Betonung von Transgender-Pride, Bisex-Pride, Leder-Pride, Bear-Pride und neuerdings auch eine Regenbogenflagge zur Förderung der Vielseitigkeit mit zusätzlichen Streifen zur Anerkennung farbiger Menschen. Bringt Eure eigene Flagge mit, egal, ob es ein Sticker, Pin oder eine Fahne ist.
  • Aufgeschlossenheit – Bei Pride dreht es sich darum, die Vielseitigkeit zu zelebrieren und darum, dass die LGBTQ-Vielseitigkeit in besonders vielen Formen und Größen, mit unzähligen individuellen Vorstellungen und Credos über die Bedeutung der Identität als LGBTQ lebt. Wer offen ist, neue Leute kennen zu lernen, Freundschaften zu schließen und anderen zuzuhören, kann ein Pride-Festival einfach nur positiv erleben.
  • Ohrstöpsel, Glitter und sonstige Dinge, die Ihr brauchen könntet! Auf dem Programm der größten Pride-Festivals stehen große Musikkonzerte. Wie bei jedem guten Musikfestival lohnt es sich immer, lustige und schicke Accessoires mitzubringen, wie etwa Glitter, Glowsticks und Gesichtsfarbe. Manchmal wird all das auf dem Festival verkauft, aber bringt es besser mit, um Geld zu sparen.

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