Brighton

Die Küstenstadt Brighton gilt als „LGBT-Hauptstadt“ des Vereinigten Königreichs. Mit seiner langen Geschichte als Kurort für die Reichen, Berühmten und Hedonisten war Brighton seit jeher auch für LGBT-Reisende attraktiv. Nach offiziellen Schätzungen macht die LGBT-Gemeinde in Brighton etwa 10 bis 15% der Stadtbevölkerung aus. Diese Zahl steigt während einiger der größten Events in Brighton zusehends an: zum Beispiel beim jährlichen Brighton Fringe (eines der größten Kunstfestivals Europas) und dem Brighton Pride im Sommer (das größte LGBT-Pride-Festival des Vereinigten Königreichs).North Laines in Brighton

Insider-Tipps

Als langjähriges Seebad zieht Brighton seit Jahrhunderten Touristen an – die königliche Familie hat hier sogar das Gebäude errichtet, das heute als Royal Pavilion bekannt ist. Erbauen ließ es König Georg IV., der den Palast in kitschig-exzentrischem Stil mit asiatischen architektonischen Einflüssen und farbenfrohen Innenräumen als Sommerresidenz nutzte. Die nahegelegenen Gärten eignen sich für eine Verschnaufpause, besonders während der wärmeren Monate.British Airways i360 in Brighton

Eine der neuesten Attraktionen Brightons (seit 2016 geöffnet) ist zugleich die höchste. Der Aussichtsturm British Airways i360 ragt am Fuße des ehemaligen West Piers ganze 162 Meter in die Höhe. Tickets gibt es für unter 17 Pfund und eine Fahrt auf die Aussichtsplattform lohnt allemal: Es erwartet Euch eine grandiose Panoramaaussicht über Brighton. Den tollen Blick könnt Ihr Euch mit einem Getränk an der Bar sogar noch versüßen. Zwar ist das wunderbare Erlebnis nach 25 Minuten schon vorbei, aber es ist zweifelsohne mal ein Vergnügen der besonderen Art.

Der Stadtrundgang Piers and Queers, der von dem örtlichen Reiseveranstalter Only in Brighton durchgeführt wird, vermittelt Euch einen Eindruck der LGBT-Geschichte des Kurorts. Er bietet einen interessanten und einzigartigen Einblick in Brightons Geschichte und beleuchtet über ein Jahrhundert hinweg die Reisenden und Einheimischen, die es nach Brighton verschlagen hat und die Spuren in der LGBT-Geschichte der Stadt hinterlassen haben – von Oscar Wilde bis hin zu Colonel Sir Victor Barker.

Essen, Trinken und Feiern in Brighton

Am Regency Square, der sich zwischen dem Stadtzentrum und dem nahegelegenen Hove befindet, haben sich eine Reihe großartiger Restaurants und Bars angesiedelt. Am Wochenende serviert The New Club einen der beliebtesten Brunchs von Brighton – in einem coolen Restaurant im Stil eines New Yorker Diners mit L.A.-Flair. Natürlich könnt Ihr, während Ihr in Brighton seid, den sensationellen Fisch und die Meeresfrüchte nicht außer Acht lassen. Das Regency Restaurant lockt mit einer Speisekarte, auf der Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt stehen, und einem der besten Angebote der Stadt. Der Brighton Pier ist auch ein großartiger Ort für einen kleinen Imbiss zwischendurch oder für die klassischen Fish and Chips.Mittagessen im Regency Restaurant in Brighton

Einen Teil seines Charmes hat Brighton seinem internationalen Flair zu verdanken. Der North Laine Bazaar ist ein Labyrinth aus Straßen, in denen sich Hipster-Cafés, angesagte Restaurants, unabhängige Buchläden und allerlei Lokale, in denen man entspannt etwas trinken kann, tummeln. Wenn Euch der Sinn nach moderner indischer Küche steht, lasst Euch The Chili Pickle nicht entgehen – ein Restaurant im Stil von Bombay mit neu interpretierten indischen Klassikern.

Marlborough Pub in BrightonDas Nachtleben in Brighton ist so vielfältig und abwechslungsreich wie seine Einwohner – hier findet jeder LGBT-Reisende das, wonach er sucht. Unter den LGBT-Bars ist der Marlborough Pub der aufgeschlossenste und ist offen für alle. Während des jährlichen Brighton Fringe findet hier der Großteil der queeren Theaterstücke statt. In der Bar Broadway, in Strandnähe, stehen in gesellschaftlicher Runde Musicals im Mittelpunkt – toll für Gruppen! Charles Street Tap, sowohl Bar als auch Club, in dem populäre Musik spielt, zieht sowohl Männer als auch Frauen für nette Abende an, aber wenn Ihr auf der Suche nach wirklich viel Spaß seid, ist der Club Revenge an der Ecke der richtige Ort für Euch. In dem Late-Night-Club tanzen bis in die frühen Morgenstunden gut gelaunte Gruppen. Stärkung gibt es nebenan bis spät in die Nacht in der Pizzeria VIP Pizza.

Unterkünfte

Von dem gemütlichem New Steine Guest House aus sind die Orte in Brighton, in denen sich das LGBT-Nachtleben abspielt, bequem in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Die Einrichtung ist schlicht, aber aus den Zimmern zur Straßenseite hat man einen tollen Blick auf den schönen, kleinen Park New Steine. Das Restaurant in der Unterkunft serviert köstliche französische Gerichte und bietet ein Standard-Frühstück.

New Steine Guest House in BrightonEin etwas ausgefalleneres Hotel findet Ihr mit dem Hotel Pelirocco. Das stilvolle Boutique-Hotel liegt zwar nicht an der Hauptstraße nahe der LBGT-Clubs, aber man kann sie trotzdem zu Fuß erreichen. Das besondere Merkmal des Boutique-Hotels ist sein sehr stilsicheres Thema: Rock and Roll. Jedes Zimmer im Hotel Pelirocco ist ein rockiges Erlebnis für sich und mit Liebe zum Detail eingerichtet – genauer gesagt Liebe zu unterschiedlichen musikalischen Richtungen, vom Pin up Parlour bis hin zum Play Room. (Das Zimmer Pin up Parlour ist eine Hommage an die britische Diana Dors, die britische Version von Marilyn Monroe. Was sich in dem Play Room verbirgt … ist Eurer Fantasie überlassen. Ein Hinweis: Das Bett hat keine Ecken und möglicherweise befindet sich in dem Zimmer eine Tanzstange … oder auch nicht.)

Diejenigen, die auf ihr Budget achten, kommen in der Travelodge, die verschiedenste LGBT-Reisende anzieht, bestens unter. Die günstige Lage direkt an der Küste machen es zu einem idealen Ausgangspunkt für Wochenendabenteuer – und bei großen Events wie Fringe und Pride seid Ihr mittendrin. Entlang der Promenade in Brighton gibt es zahlreiche andere Hotels für jedes Budget, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis der Travelodge ist für ihre Lage großartig.

Von Adam Groffman

Adam Groffman ist ein preisgekrönter Reiseschriftsteller, Blogger und Marketingexperte mit Wohnsitz in Berlin. Dort schreibt er über seine Städtetrips in die Metropolen dieser Welt, über das Leben als Auswanderer, über LGBT-Reisen, über Festivals und das Nachtleben an seinen Reisezielen. Seine Texte wurden bereits in Zeitungen und Magazinen wie dem Guardian, AFAR, Fodor’s Travel Guides, Condé Nast Traveller und Vanity Fair veröffentlicht. Auf seinem beliebten LGBT-Reiseblog Travels of Adam findet Ihr viele weitere Tipps für Reisen unter der Regenbogenflagge. Wenn Adam nicht gerade in den angesagtesten Bars und Clubs unterwegs ist, besucht er wahrscheinlich eine Kunstgalerie oder ein Museum – oder ist noch wahrscheinlicher auf Twitter und Instagram aktiv.

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