Während der Fashion Week sind die Städte New York, Paris, Mailand oder London wahrscheinlich im Ausnahmezustand, oder?

Sussan Zeck bei einem Fotoshoot in New York. © Helena Palazzi
Sussan Zeck bei einem Fotoshoot in New York. © Helena Palazzi

Sussan Zeck: Gerade kurz vor Beginn der Modewochen ist eine starke Energie und Umtriebigkeit zu spüren, denn die vier wichtigsten Modewochen gelten als tonangebend. Hier werden die Trends von morgen geschaffen, Jungdesigner haben die Chance sich zu etablieren, und Nachwuchsmodels können sie zum Durchbruch verhelfen. Es reisen tausende internationale Medien- Vertreter, Einkäufer, Prominente sowie geladene Gäste der Labels an. Während der Modewochen ist es besonders wichtig, mehr Zeit einzuplanen, um zu den Shows zu gelangen und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Oft bekommt man nur schwer ein Taxi, das dann auch noch verspätet eintrifft. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in dieser Situation die zuverlässigsten Transportmittel.

Welche Stadt ist dein persönlicher Liebling während der Fashion Week ?

Sussan Zeck: Einen persönlichen Liebling kann ich nur schwer festlegen. Jede Fashion Week hat ihren ganz eigenen Charakter und das ist auch gut so. Würde man das elegante Mailand mit Hang zu teuren Designer- Kreationen mit den extravaganten, traditionell britischen und individuellen Kreationen Londons vergleichen, so wäre das schier unmöglich. Einige der Fashion Weeks, wie etwa die Mercedes- Benz Fashion Week New York, welche rund um das Lincoln Center stattfindet, haben eine Hauptlocation. In Mailand gibt es, anders als bei den meisten Modewochen, diverse historische Veranstaltungsorte. Diese beeindrucken durch ihr pompöses Interior. Beides hat seinen ganz eigenen Charme. Zur Mercedes-Benz Fashion Week Berlin komme ich immer gerne, sie ist sehr professionell organisiert. Ich finde, wir sollten stolz über die positive Entwicklung und Fortschritte der deutschen Modewoche sein.

Was sollte man als Modebegeisterte(r) unbedingt beachten wenn man während der Modewochen unterwegs ist?

Sussan Zeck: Visitenkarten sollte man immer eine Menge im Gepäck haben, man weiß ja nie welche spannenden Begegnungen das Schicksal bereit hält. Sehr wichtig finde ich auch, ein Hotel zu wählen, das nicht allzu weit von der Hauptlocation entfernt ist. Das spart sehr viel Zeit. Morgens verlasse ich mein Hotel meist mit bequemen Schuhen, die ich dann kurz vor der Show in High Heels eintausche. Ein Notizbuch halte ich immer parat um erste Eindrücke festzuhalten. Am wichtigsten finde ich es zu beachten, dass es um die Kollektionen der Designer und nicht um mich als Besucher geht. Da finde ich es nur angebracht, sich selbst etwas zurückzunehmen und den Designern den gebührenden Respekt entgegenzubringen.

Sussan Zeck in der Front Row während einer Show in Berlin. © Nati goes to Berlin.
Sussan Zeck in der Front Row während einer Show in Berlin. © Nati goes to Berlin.

Die Schauen sind üblicherweise nur für geladene Gäste zugänglich. Hast du einen Tipp wie man trotzdem in eine Show kommt?

Sussan Zeck: Immer wieder versteigern Labels Eintrittskarten für einen guten Zweck. In Auktionen werden diese im Internet angeboten. Ich versteigerte die Eintrittskarte für meine Begleitperson zum Beispiel schon mehrfach in Zusammenarbeit mit Stargebot. In der vergangenen Saison kam der Erlös herzkranken Kindern zugute. Etliche Labels suchen aber auch Verstärkung in Form von Backstage-Helfern. Modebegeisterte sollten am besten einige Wochen vor Beginn der Modewochen Augen und Ohren offenhalten.

Was sind deine persönlichen Hot Spots in New York, Paris, Mailand und London?

Sussan Zeck: In Mailand verbringe ich meine freien Stunden gerne im Künstlerviertel Brera. Die kleinen, romantischen Gässchen mit den schmucken Gallerien, Museen, Restaurants und Cafes entspannen mich sofort und es gibt dort zahlreiche individuelle, kleine Läden. Oft schlendere ich auch vom Duomo in Richtung Via Dante. Dort gibt es die besten Eisdielen in ganz Mailand. Die Strasse führt direkt zum Parco Sempione, einem wunderschönen Stadtpark, den die Mailänder heiß und innig lieben. In Paris nehme ich mir gerne Zeit für einen Besuch im Restaurant L‘Avenue, das in der 41 Rue Montaigne, in Nähe der Champs Elysee liegt. Aufgrund seines ganz besonderen Flairs komme ich auch immer wieder gerne ins Laperouse (51 Quais des Grands- Augustins), das zwischen Louvre und Place Vendome liegt.

Das Restaurant L'Avenue in Paris
Das Restaurant L’Avenue in Paris

In London gönne ich mir gerne eine kleine Auszeit im Dorchester Hotel in Mayfair zum Afternoon- Tee, welches durch seine besondere Atmosphäre besticht. Meine Wochenenden in New York verbringe ich meist rund um den belebten Times Square, dort schlägt das Herz New Yorks.

Afternoon-Tea im Dorchester Hotel in London
Afternoon-Tea im Dorchester Hotel in London

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