Du warst dieses Jahr unter anderem in San Francisco mit deinem Segel-Partner – war es das erste Mal? Wie hat es euch gefallen?

Erik Heil: Wir waren schon einmal im Februar hier. San Francisco hat eine super Kulisse und die Bedingungen zum Segeln sind einfach absolut perfekt. Besonders beeindruckend waren natürlich Alcatraz, die Golden Gate Bridge und, für uns als Segler, der tägliche Wind, der so pünktlich ist, dass man die Uhr nach ihm stellen kann.

Wie viel Zeit verbringt ihr mit Segeln?

Erik Heil: Wir sind im Jahr etwa 200 Tage auf dem Wasser. Also nicht den ganzen Tag, aber einige Stunden schon.

Das ist viel Zeit. Wie sehr schweißt das euch als Team zusammen?

Erik Heil: Thomas ist ein unglaublich cleverer Typ. Er versteht sehr schnell Systeme und ist ein Perfektionist bis ins kleinste Detail. Das schätze ich sehr an ihm. Wir sind eigentlich das ganze Jahr zusammen unterwegs und man kann sagen, es wirkt teilweise wie eine Ehe. (lacht) Bei uns geht es bei jedem Training und jedem Wettkampftag darum, alles rauszuholen. Das wollen wir beide. Und daher gibt es auch regelmäßig kleinere Auseinandersetzungen. Wir treiben uns gegenseitig an und versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Kurzum: Ja, es schweißt sehr zusammen.

„Ich liebe es einfach, über das Wasser zu schießen. Und natürlich liebe ich auch den Erfolg“

Was macht für dich den Reiz am Segeln aus?

Erik Heil: Thomas und ich mögen die Mischung aus Wassersport, Geschwindigkeit und hochkarätigen Gegnern. Ich liebe es einfach, über das Wasser zu schießen. Und natürlich liebe ich auch den Erfolg. Der Ehrgeiz treibt uns selbstverständlich mit an. Ohne ging es nicht.

Bei den Mädels kommt die Segelsache doch sicher auch ganz gut an?

Erik Heil: Das kann ich nicht so genau sagen. Aber ein Nachteil ist es sicherlich nicht gerade. (lacht)

Was sollte man an Voraussetzungen mitbringen, wenn man mit dem Segeln anfangen will?

Erik Heil: Also man sollte auf jeden Fall schwimmen können. Das ist schon mal Grundvoraussetzung. Aber auch einen gewissen Ehrgeiz muss man besitzen und etwas furchtlos sein. Und Abenteuerlust gehört unbedingt auch mit dazu.

Was war dein bzw. euer bisher eindrücklichstes Erlebnis beim Segeln?

Erik Heil: Also in diesem Jahr haben wir den Weltcup in Spanien gewonnen. Das Überschreiten der Ziellinie im letzten Rennen war gigantisch. Ein Traum! Ansonsten sind wir einmal in Perth (Australien) aufs Wasser gegangen, bei Windbedingungen, die für die meisten Menschen als lebensgefährlich zu beschreiben sind. Trotzdem sind wir raus, wurden zusammen mit unserem Trainingspartner ordentlich durch die Gegend gespült und waren am Ende heilfroh, wieder an Land gekommen zu sein. Das war eine echte Grenzerfahrung!

Was sind deiner Meinung nach die Top 5 Orte weltweit zum Segeln und wieso?

Erik Heil: Also Nummer eins ist Perth  in Australien. Der Wind dort ist super, das Wasser hammermäßig und dazu kann man auf Rottest Island die Wale beobachten. Meine Nummer zwei: Mallorca. Das ist schnell zu erreichen, das Wetter ist deutlich besser als in Deutschland, die Windbedingungen zum Segeln sind vielseitig. Und abseits des Wassers kann man sich in der traumhaften Innenstadt von Palma vergnügen. Sardinien kommt an dritter Stelle, die Bedingungen sind perfekt zum Fahrtensegeln und Entspannen: Leichte Winde, schöne Landschaften und super klares Wasser. Nummer vier ist der Gardasee. Er bietet zuverlässige Winde, eine unglaubliche Bergkulisse, vielseitige Trainingsmöglichkeiten und extrem leckeres Essen. Und last but not least dann San Francisco. Die Kulisse ist einfach eindrucksvoll, die Aussicht beim Segeln einzigartig. Und auf den täglichen Wind in San Fran ist, wie gesagt, auch immer Verlass.

Was möchten du und dein Segelpartner noch gemeinsam erreichen?

Erik Heil: Wir wollen unbedingt zu den Olympischen Spielen nach Rio und dort eine Medaille gewinnen. Damit würde wirklich ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen. Das wäre das absolut Größte für uns.

Wo würdest du selbst gerne noch hin zum Segeln?

Erik Heil: Da gibt es noch so einige Ecken. (lacht) Auf jeden Fall dabei sind: Südafrika, Hawaii, Karibik, Rio de Janeiro, Malediven und Neuseeland.

Kommentare

    Kirstin Macher
    Kirstin Macher

    @ Frank: Danke. 🙂 Erik und Thomas trainieren in Kiel und sind begeistert von den Segel-Bedingungen dort – zumindest im Sommer. Anfänger, die nicht gleich auf’s Meer raus wollen, schwärmen dagegen vor allem vom Bodensee und dem Starnberger See.

    16/12/2013 at 3:39 pm
    Frank

    Cooles topic. Gibt es denn auch in Deutschland einige gute Segelspots?

    10/12/2013 at 3:11 pm
    David

    Great article! Keep it up! 🙂

    27/11/2013 at 11:44 am

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