Roadtrip durch Korsika

Türkisblaues Wasser, einsame Buchten, weiße Sandstrände und Berge, die bis zu 2.706m in die Höhe ragen. Korsika lässt das Herz der Aktivurlauber höher schlagen. Da die öffentlichen Verkehrsmittel oft nur zur Hauptsaison und nicht sonderlich oft fahren, empfiehlt es sich sein ein eigenes Auto für eine Rundreise zu mieten oder gleich mit dem eigenen anzureisen.

Was könnte es Schöneres geben, als einen Roadtrip mit Berge und Meer in einem? Dabei sollte man nur eins nicht unterschätzen: die Distanzen auf der 183km langen und 90km breiten Insel sind meist doch größer als man meint. Oft kann man maximal 80km/h fahren und die verwinkelten Bergstraßen erfordern Geschick und Ausdauer. Die Mühen machen sich allerdings auf jeden Fall bezahlt!Korsika

Wer mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil anreist, kann die Fähre von Italien (zB Livorno, Genua, Savona) oder Frankreich (zB Nizza oder Toulon) aus nehmen. Im Sommer reserviert man am besten mehrere Monate vorab, denn die Stellplätze auf den Fähren füllen sich schnell und sind beliebt. Je kurzfristiger man bucht, umso teurer wird die Anreise und das Geld sollte man sich dann doch lieber für Korsika selbst aufheben. Denn die Insel ist vieles, ein richtig günstiges Urlaubsziel leider nicht. Aber es gibt ein paar Tricks wie man einen Roadtrip doch auch mit einem kleineren Budget gut über die Runden bringt.  Aber fangen wir von vorne an.

Am schnellsten ist die Überfahrt von Livorno nach Bastia in rund vier Stunden. Vier Stunden, um am Deck Platz zu nehmen sich den frischen Meereswind um die Nase wehen zu lassen und im Urlaubsfeeling anzukommen. Salute Corsica!

Fähre nach Korsika

Einmal rund um die Insel

In Bastia, dem Ankunftshafen empfängt einen eine bunte Häuserfront und auch in den kleinen Gässchen gibt es einiges zu entdecken. Im Süden der Stadt sollte warten riesige Supermärkte auf eifrige Großeinkäufer. Anders als bei uns, sind in Korsika im Sommer auch die normalen Lebensmittel oft man teurer als außerhalb der Hochsaison. Wer also mit einem kleinen Budget unterwegs ist, sollte sich überlegen manche Dinge im Camper zB gleich von zuhause mitzunehmen. Köstliche korsische Produkte kann man dann zusätzlich vor Ort erstehen.

Am Cap Corse

Im Norden Korsikas liegt das Cap Corse, das eine vielfältige Landschaft bietet. Hier sieht man besonders viele Wachtürme aus genuesischer Zeit aus dem 16. Jahrhundert. Ganz wunderbar schmeckt der Wein vom Cap Corse, zB aus der Region des Patrimonio. In der Hochsaison kann man hier auch Weine verkosten auf dem jeweiligen Gut („Clos“). Es wird sowohl Rotwein als auch Weißwein produziert. Wahre Kenner bestellen aber Rosé – eine echte Spezialität auf Korsika. Wer lieber Bier trinkt sollte ein „Pietra“ probieren – ein aus Kastanien gebrautes Bier aus Korsika. Ich bin keine sonderlich leidenschaftliche Biertrinkerin, doch Pietra hat mir persönlich richtig gut geschmeckt. Muss wohl an den Kastanien liegen.

Die Westküste

Die Hauptstadt der Balagne im Nordwesten Korsikas ist Calvi, eine charmante Hafenstadt mit Zitadelle und einem langen, anschließenden Sandstrand. Hier kann man gut ein paar Tage verbringen und Ausflüge ins Hinterland unternehmen. Besonders schön sind die kleinen Bergdörfer, wie zB Sant Antonio, Pigna oder Cateri.

Mein Tipp: In dem kleinen Cafe „A Casarella“ in Pigna bekommt man herrliche Tapas-Teller mit korsischen Spezialitäten und obendrauf hat man einen grandiosen Blick auf die Küste. In dem kleinen Ort mit seinen verwinkelten Gassen gibt es noch mehr zu entdecken: hier öffnen Künstler, Keramiker und Spezialitätenläden ihre Türen für Besucher.

Die Bucht von Calvi

Die Straße entlang der Küste in den Süden ist verwinkelt und man sollte immer mehr Fahrzeit einplanen, als man auf den ersten Blick meinen würde. Dabei zahlen sich gerade hier Abstecher zum Meer in entlegene Orte aus. Oder auch ein Besuch in Ajaccio, der Hauptstadt der Insel.

Ajaccio

In Ajaccio wurde Napoleon Bonaparte 1769 geboren, dessen Geburtshaus besichtigt werden kann im Zuge eines kleinen Museums. Ajaccio heute ist es auch die größte Stadt der Insel. Sie wirkt eine Spur französischer als andere Orte auf Korsika und bietet viel urbanes Flair.

Bonifacio im Süden

Die Hafenstadt an der südlichen Spitze Korsikas ist nur zwölf Kilometer von Sardinien entfernt. Die mittelalterliche Oberstadt ist über Stufen vom geschützten Hafen aus zu Fuß zu erreichen. Am besten wählt man für einen Besuch also nicht die Mittagszeit, ins Schwitzen kommt man allerdings vermutlich trotzdem. Besonders beeindruckend sind die senkrecht ins Meer abfallenden weißen Klippen hinter der Stadt und die fjordartigen Buchten, die das Meer in den Kalkstein geschnitten hat.

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An der Ostküste Korsikas  zurück nach Bastia

Porto Vecchio

In der Bucht von Porto Vecchio findet man besonders schöne Strände, einen tollen Achthafen und gute Fischrestaurants. In den engen Gassen der gleichnamigen Stadt herrscht ein buntes Treiben. Vor allem rund um den Hauptplatz Place de la République findet man Shops, Bars und Restaurants.

Ab in die Berge

Von Porto aus führen Serpentinen nach Piana, vorbei an einem weiteren Highlight der Insel: die Calanches de Piana. Das rötliche und leicht verwitterte Porphyrgestein bildet bizarre Formationen und ist ein wunderschönes Fotomotiv. Hier in der Gegend gibt es auch einige gute Spots für Sportkletterer.

Wer auf der Westküste bei Galéria nicht im Fangotal Flussbaden war, kann das nun beim Campingplatz in der Nähe von Solenzara nachholen. Nach Tagen im salzigen Meer, fühlt man sich in den kühlen, tiefblauen Wasserbecken wie im Paradies. Ein Highlight jeder Korsikareise, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Felsformationen in Calanches de Piana

Corte

Während die Ostküste Korsikas eher flach ist, bietet ein Abstecher ins Landesinnere nach Corte sicherlich mehr Abwechslung. Die ehemalige Hauptstadt der Insel zur Zeit der Unabhängigkeit unter Pasquale Paoli, ist heute Sitz der einzigen Universität Korsikas. Das prägt natürlich auch das Stadtbild. Wer hier sein Zelt aufschlägt, kann verschiedene Tagesausflüge unternehmen, zB ins wildromantische Restonica-Tal zur alten Brücke, zu den Bergseen Lac de Melo und Lac de Capitellu oder auch ins Tavingano Tal. Auch hier gibt es etliche Badegumpen und Sprungfelsen.

Wie lange braucht man für einen Roadtrip auf Korsika?

In 14 Tagen kommt man schon gut einmal rund um die Insel, in drei Wochen Rundreise ist man sicherlich noch etwas entspannter, wenn man die Insel wieder verlässt. Wer nur eine Woche Zeit hat, sollte sich auf einen Teil der Insel beschränken. Die ideale Reisezeit um einen Wanderurlaub mit ein paar Badetagen zu verbinden ist übrigens Ende Mai, solltet ihr gerade ein Jucken in den Fingern verspüren…

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