Egon Schiele, neben Gustav Klimt, Otto Wagner und Koloman Moser berühmter Vertreter der „Wiener Moderne“ (Gedenkjahr 1918/2018) verstarb, so wie seine zuvor genannten Kollegen, im Jahre 1918. Seine Bilder haben seit jeher kontroverse Meinungen entfacht, seine Akte waren umstritten, aber sein Wirken in Wien und im böhmischen Cesky Krumlov (Krumau) ist bekannt. Weitaus weniger bekannt ist die Tatsache, dass Schiele in Tulln an der Donau geboren ist, einem kleinen Ort westlich von Wien, der besonders für seine gigantischen Gartenausstellungen, den „Gartensommer“ und ganz aktuell auch für „Green Art“ bekannt ist.
Egon Schiele in Tulln

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Hier wurde Schiele als Sohn des Bahnhofsvorstandes im Haus gegenüber des Bahnhofs geboren. Im Rahmen der Festlichkeiten „1918“ wurde eben dieses Haus als modernes Museum adaptiert und die ehemaligen Wohnräume der Familie Schiele der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch eine eigene Kinder-Rallye führt durch die Räumlichkeiten: Man sieht, wo Schiele als Kind mit seinen Schwestern (die ihm schon in frühesten Zeiten als Modelle dienten) spielte, wo die Familie speiste und wie man zu dieser Zeit lebte. Die Möbel sind der Zeit nachempfunden.

Durch die Stadt Tulln führt gar ein Schiele-Weg

Alte Tondokumente im Egon Schiele Museum in Tulln

Noch spannender ist aber die Adaptierung des ehemaligen Tullner Gefängnisses als hypermodernes Schiele-Museum, das einen ganz anderen Weg geht als die meisten Museen.

Ein Gefängnis, warum? Weil Schiele im Juni 1912 für 20 Tage in eine Kellerzelle eingesperrt war – wegen „Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit“ wegen seiner gewagten Akte, allerdings in einem anderen Ort. Doch das Ambiente stimmt dennoch: Hier kommt man in den Genuss der multimedial dargestellten Forschungsergebnisse der größten Schiele Forscherin Alessandrea Comini, die ihre in den 1960er Jahren mit Schieles Schwester und Schwägerin geführten Gespräche (allesamt oral history Dokumente) dem Museum zur Verfügung stellte. Man ist also als Besucher live als Zuhörer (und in augmented reality auch als Zuseher) dabei, wenn Schieles Schwester freimütig über Schieles Geliebte Wally Neuzil spricht, über seine Begegnung mit Gustav Klimt erzählt und aus dem Familien-Nähkästchen plaudert.

Das ehemalige Museum in Tulln: Heute ein hypermodernes Schiele Museum

Man hört, man sieht, man spürt Schiele bei diesem ungewöhnlichen Museumsbesuch. Als Gartenstadt lässt es sich Tulln 2018 auch nicht nehmen, die öffentlichen Plätze mit Blumenkunstwerken zu bestücken, die Schiele Bildern nachempfunden sind. Ganz eine besondere Art und Weise, um in die Kunst -und Privatwelt Schieles einzutauchen – in Tulln an der Donau.

Museum im ehemaligen Kremser Gefängnis in Tulln

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