Lyon

Lyon, die Stadt an der Rhone und der Saone, ist mit Bordeaux im ständigen Wettstreit begriffen. Worum? Um das Plaisir und die Ehre, die kulinarische Hauptstadt Frankreichs zu sein. Warum Lyon? Ganz einfach, Paul Bocuse kocht dort seit Jahrzehnten und lehrt dort auch kochen. Zudem hat Lyon 2016 auch den „World Travel Award als Europe`s Leading City Break Destination“ gewonnen und eignet sich optimal für einen City-Kurztrip mit reichlich Kulinarik und Kultur.

Lyon ist optimal per Fuß zu erobern, denn so kann man die kleinen authenten Stadtvierteln, die „Quartiers“, am besten erforschen.Besonders gut haben mir die kleinen Straßen nördlich der Cathédrale Saint Jean Baptiste gefallen, eine Kirche, die man unbedingt auch von innen besichtigen sollte: Sie beinhaltet nämlich die bekannte astronomische Uhr, eine der ältesten Uhren Europas, die im 14. Jahrhundert gebaut wurde. Noch bis 2019 reicht die Skala auf dem Werk, das stündlich einen Hahn krähen lässt. Vor oder nach dem Krähen sollte man dort reichlich Zeit zum Shoppen einplanen.

Die astronomische Uhr weiß seit dem 14. Jahrhundert und noch bis 2019, welches Stündlein und v.a. welchen Tag es geschlagen hat.
Blick auf die Basilika

Die umliegenden Gassen laden ein zum Flanieren und Gustieren: Hier gilt es Honig, Käse, Speck und Cognac zu verkosten, kleine authente Mitbringsel für daheim zu erstehen und ein Gläschen Cote du Rhone Wein zu genießen. Das Weinbaugebiet beginnt übrigens gleich hinter der Stadt, sehr praktisch. Ganz in der Nähe darf man es nicht versäumen, mit der Funiculaire, der Standseilbahn von der City hinan auf den Burgberg zu fahren: Die Fahrt geht aus dem eng bebauten Stadtgebiet hinauf zum Parc de Hauteurs und der Basilika – von dort oben erschließt sich ein traumhafter Blick auf gesamte Innenstadt von Lyon: Beide Flüsse, die Rhone und die Saone sind zu sehen.

Die Basilika – atemberaubend weiß und besonders gut per Standseilbahn zu erreichen.
Lyon, die Stadt zwischen zwei Flüssen: Rhone und Saone.

Bei dem hochmodernen Neubau des Musée des Confluences fließen die beiden Flüsse ineinander: Das neue Museum der Naturwissenschaften (übrigens ein Coop Himmelbau Werk der österreichischen berühmten Architektengruppe) ist besonders abends atemberaubend beleuchtet. Atemberaubend waren auch die Konstruktionskosten und die Dauer des Baus: 10 Jahre länger als geplant – aber jetzt ist es fertig und besonders vom Fluss aus ist es abends ein echter Blickfang.

Natur und Architektur: Das Musée des Confluences an den Flüssen.

Paul Bocuse ist als Sohn der Stadt Lyon allgegenwärtig: Der Spitzenkoch betreibt in Lyon mehrere Restaurants – das bekannteste darunter wird seit 1965 durchgehend regelmäßig mit drei Michelin Sternen ausgezeichnet. In den Brasserien des Monsieur Bocuse in Lyon (eine davon, Le Sud, liegt hervorragend nahe beim Place Bellecour) können getrost auch Städtetouristen wie Du und ich für ein kleines Amuse Gueule einkehren – das ist durchaus leistbar. Und der genannte Place Bellecour ist ohnehin das Herz der Stadt: Hier trifft man sich, wenn man abends noch was vorhat, „beim Pferd“. Das Pferd, das steht in der Mitte des gewaltigen und leeren Platzes – auf ihm thront natürlich Ludwig, der 14. Bei seinem Gaul trifft man sich also, um in den Gartencafés am Platz mit dem atemberaubenden Ausblick auf die Basilika am Berg noch ein Gläschen zu trinken oder ein Eis zu schlecken.

Der Platz, das Pferd, der König und ich: Am Place Bellecour.

Nur einen Katzensprung ist es von dort zur Pont Bonaparte an der Saone: Dort lohnt es sich, morgens über den Markt zu schlendern und den Panorama-Blick auf den Quai, die Basilika und die Brücken zu genießen.

Lyon Panorama

Wer von dort den Quai nach Norden spaziert und nach den weitläufigen Platanen-Alleen in den „Halles de Lyon- Paul Bocuse“ gelandet ist, der ist wohl rechtschaffen hungrig. Hier in den Hallen pflegt angeblich der Meister selbst einzukaufen. Wer seiner nicht ansichtig wird, tröstet sich den ganzen Tag mit Sekt oder Champagner, genossen zu den fangfrischen Austern. Am meisten stechen aber die Delikatessen, die Käse und vor allem die Patisserie ins Auge: Hier sind es die rosa Pralinen, die mein Herz gewonnen haben und die zu allerlei süßen Köstlichkeiten hier als lokale Spezialität verarbeitet werden.

Patisserie oder Viennoiserie? Egal, hauptsache süß.

Noch ein Tipp zum Schluss: Einer der schönsten Plätze von Lyon ist für mich der Place de Jacobins mit seinen pittoresken Gründerzeithäusern rund um den Barockbrunnen. Hier kommen übrigens gleich 12 (!) Straßen zusammen: Wer´s nicht glaubt, nachzählen! Cést vrai.

Ein Platz, ein Brunnen und 12 Straßen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>