Wo die Kunst zuhause ist

Berlin? Hamburg? Stuttgart? Frankfurt? Oh nein, die deutsche Kunsthauptstadt ist eine ganz andere. Seit Mitte der 50er Jahre ist Kassel Gastgeber der bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst der Welt: der documenta. Die früher alle vier und heute alle fünf Jahre stattfindende Ausstellung verwandelt die größte Stadt Nordhessens für genau 100 Tage in ein Mekka der zeitgenössischen Kunst. Kunstliebhaber und Sammler aus aller Welt kommen dann nach Kassel und lassen sich von den Bildern, Skulpturen, Installationen und Art Performances, die quer durch die ganze Stadt verteilt sind, in den Bann ziehen. Unter ihnen finden sich nicht selten auch prominente Bewunderer: 2012 zum Beispiel, schaute US-Schauspieler Brad Pitt in Kassel vorbei und gestand, ein großer Fan der documenta-Reihe zu sein.

Kassel Herkulesstatur
Herkulesstatur – Foto: Angelica Jacob/Kassel Marketing

 „Learning from Athens“

Im kommenden Jahr findet die documenta vom 10. Juni bis zum 17. September zum vierzehnten Mal statt. Unter dem Motto „Learning from Athens“ werden die Kunstwerke dabei allerdings zum ersten Mal  in zwei Städten ausgestellt, denn neben Kassel ist Athen vom 8. April bis zum 16. Juli 2017 gleichberechtigter Gastgeber der Kunstausstellung. documenta-Besucher haben dann durch eine speziell eingerichtete Charterverbindung vom Kasseler Flughafen Calden aus die Möglichkeit, einen kleinen Abstecher in die griechische Hauptstadt zu unternehmen und die ausgestellten Kunstwerke umgeben von hellenischem Flair auf sich wirken zu lassen.

Lang lebe die Kunst

Wie sehr die Künstler der documenta übrigens mit der Ausstellung und der Stadt verbunden sind, zeigt die Künstler Nekropole, die im Habichtswald am Stadtrand von Kassel liegt: Rund um den Blauen See, einem stillgelegten Steinbruch, errichten dort namhafte Künstler noch zu Lebzeiten ihre eigenen Gräber- und Grabmäler, die ihnen später auch tatsächlich als letzte Ruhestätte dienen sollen. Die Nekropole ist für Besucher zugänglich und kann das ganze Jahr über besichtigt werden.

 

Ein kupferner Hüne feiert Geburtstag

Auch wenn die documenta von so manchem als Kassels Wahrzeichen betrachtet werden mag, ganz richtig ist das nicht. Bereits seit 299 Jahren hat diesen Titel nämlich jemand anders inne: der Herkules, der kupferne Hüne. Hoch oben auf dem Gipfel des Karlsbergs im Bergpark Wilhelmshöhe thront er in 530 Metern Höhe über der Stadt und bildet den krönenden Abschluss einer anderthalb Kilometer langen Kaskadenanlage. Besuchern schenkt der Herkules von einer Aussichtsplattform direkt am Monument einen herrlichen Blick über die barocke Parkanlage, die Stadt und sogar das Mittelgebirge.

Seit 1717 wacht der Herkules schon über sein Kassel und wird deshalb scherzhaft zu den berühmtesten Söhnen der Stadt gezählt. Sein 300. Geburtstag wird im nächsten Jahr deshalb rauschend gefeiert – mit einer Ausstellung zur Baugeschichte des Monuments und einem Fest am 3. und 4. Juni im Bergpark, der übrigens seit 2013 zum UNESCO Welterbe gehört.

Rekordverdächtige Wasserspiele

Solltest Du den Herkules im Bergpark besuchen, verweilen Sie ruhig etwas länger in der prachtvollen Parkanlage und lassen Sie sich keineswegs die atemberaubenden Wasserspiele entgehen, die jedes Jahr vom 1. Mai bis zum 3. Oktober im Bergpark zu bewundern sind. Besonders faszinierend ist nämlich die Tatsache, dass die Inszenierung der Spiele heute noch genauso funktioniert wie zu Zeiten der Landgrafen und Kurfürsten, die einst über Kassel herrschten: 750 Kubikmeter Wasser durchlaufen bei jeder Vorstellung allein durch natürlichen Druck alle Stationen – von den Kaskaden bis über die Teufelsbrücke hinab zum Schlossteich, wo der Wasserdruck dann schließlich eine 50 Meter hohe Fontäne in die Luft schießen lässt. Die ist übrigens bis heute die größte natürlich erzeugte Fontäne der Welt.

Aber überzeuge Dich am besten einfach selbst und erkunde diese unterschätzte nordhessische Perle auf eigene Faust.

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Am Karlsberg liegt der prachtvolle Bergpark Wilhelmshöhe mit barocker Landschaftsgestaltung: Größter seiner Art in Europa.
Vom 1. Mai bis 3. Oktober können Besucher des Bergparks die faszinierenden Wasserspiele bewundern.
Das Schloss Wilhelmshöhe heute nicht mehr für seine Adeligen, sondern als Museum bekannt.
Mitten in der Innenstadt erwartet Besucher ein grüner Zufluchtsort: der Staatspark Karlsaue.
Alle 5 Jahre wird Kassel als Gastgeber der documenta zum Zentrum zeitgenössischer Kunst.

Fotos: Patrick Baensch, Paavo Blofield, Kassel Marketing GmbH

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