Great Barrier Reef

Das größte Riff der Welt liegt vor der australischen Ostküste im Bundesstaat Queensland. Mit 2.300km ist es die größte von Lebewesen geschaffene Struktur und ist sogar vom Weltraum aus erkennbar. Es besteht aus rund 2.900 einzelnen Korallenriffen und einigen hundert Inseln. Die südlichste Insel des Riffs ist Lady Elliot Insel nördlich von Fraser Island. Die kleine Insel beherbergt ein Resort und eine Landebahn für Flugzeuge – denn die einzige Möglichkeit hier hinzukommen ist mit dem Flieger oder dem Helikopter. Von der Insel aus erstreckt sich das Riff bis an die nördlichste Spitze Australiens.Tauchen am Great Barrier Reef

Wer am Great Barrier Reef tauchen möchte, hat also jede Menge Riffe zur Auswahl. Wenn zwei Leute davon erzählen, dass sie am Great Barrier Reef tauchen waren, ist die Chance, dass sie am gleichen Ort waren eher gering – uach wenn es natürlich besser erschlossene Region gibt. Touristisch teilt sich das Riff in fünf Abschnitte ein, vom südlichen Riff über die Whitsunday Islands, die Region rund um Townsville, Cairns und Port Douglas bis hin in den wilden Norden.

Tipp: eine wunderschöne Möglichkeit das Great Barrier Reef von oben zu sehen ist ein „normaler“ Inlandsflug von Hamilton Island nach Cairns. Erst dann wird einem die volle Größe bewusst.

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Die aktuelle Lage

„Gibt es dort denn noch was sehen?“ ist eine überraschend häufig gestellte Frage, die sich auf die Korallenbleiche von vor einigen Jahren bezieht. Dabei erwärmte sich das Meerwasser für längere Zeit auf über 31 Grad. Dauert dieser Zustand zu lange an, sterben die Korallen ab. Ansich ist das kein abnormales Phänomen, nur trat es früher alle 25-30 Jahre auf, seit 2010 alle 6 Jahre. Schuld ist die Klimaerwärmung und ein sorgloser Umgang mit unseren Ressourcen – Probleme, die Australien nicht alleine lösen kann.Clown Fische am Great Barrier Reef

Die letzten zwei Sommer waren verhältnismäßig kühl, das Riff konnte sich gut erholen. Auch wenn für eine komplette Erholung natürlich viel mehr Zeit notwendig sein kann. Ist das Riff nur „leicht“ gebleicht geht die Erholung schneller. Bei 2900 Riffs kann man auf jeden Fall nicht generell von einer Bleiche sprechen und bei meinem Besuch 2018 gab es reichlich bunte Korallen  – und neu wachsende Korallen, welche leicht zu erkennen sind dank ihrer leuchtenden Farbe.

Tauchen bei Mission Beach

Nancy Lowe von Mission Beach Dive, einer kleinen Firma, die in Mission Beach zuhause ist, schüttelt nur den Kopf wenn sie hört, dass das ein Grund gegen einen Tauchgang sein soll. Und kommt man nächsten Tag gleich mit ins Wasser um uns die bunte Unterwasserwelt, die sie seit klein auf kennt, beobachtet und pflegt, zu zeigen. Ihre Leidenschaft ist selbst unter Wasser noch spürbar.Korallenriff am Great Barrier Reef

Wir steuern im Zuge eines Tagesausflug zuerst Dunk Island an und steigen dort in ein größeres Boot um. Weiter geht es zu zwei verschiedenen Tauch- und Schnorchel Spots. Dazwischen gibt es Mittagessen – frisch an Deck vom Kapitän persönlich gegrillt.

Tipp: Auf Dunk Island gibt es gleich mehrere Campingplätze. Wer der Natur gerne so nah wie möglich ist, wird sich hier puddelwohl fühlen.

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Schikanen im Wasser

Grundsätzlich gilt im Australischen Winter: je weiter nördlich umso wärmer die Wassertemperatur. Bei einem Tauchgang von 45-60 Minuten auf 18 Meter Tiefe macht das durchaus einen Unterschied. Im Sommer hingegen ist die Temperatur kaum ein Problem. Dann sieht man hingegen wieder mehr Quallen (November-Mai). Die sogenannten „Box Jellyfish“ sind unter Umständen sogar tödlich, auf jeden Fall aber sehr schmerzhaft sein. Um sich davor zu schützen trägt man sogenannte „Stinger Suits“ – dünne Ganzkörper Neopren Anzüge, die vor einer Berührung schützen.Beaver Cay

In den Whitsundays lässt sich ein Tauchgang gut mit anderen Aktivitäten verbinden, zB Campen, Segeln oder Kajaken. Auch wenn es hier zwischen den Inseln schon jede Menge Fische gibt – wer hier taucht, sollte es am Great Barrier Reef tun.

Tipp: bei einer Übernachtung am Pontoon am Hardy Reef kann man als erster und letzter ins Wasser. Ob das nur fürs Schnorcheln gilt, oder ob auch ein Tauchlehrer über Nacht bleibt sollte man am besten vorher anfragen.

Tauchen bei Cairns

Cairns ist natürlich ebenfalls ein beliebter Ausgangspunkt für Tauchgänge. Ich habe hier vor fast 10 Jahren meinen „Advanced“ Open Water Tauchschein von SSI an Bord eines Schiffs gemacht. Drei Tage war ich am Great Barrier Riff und bin bis zu vier Mal täglich ins Wasser gesprungen. Auch wenn ich das Schaukeln gut vertragen habe – manchmal war mir doch etwas flau bei stärkerem Wellengang. Glücklicherweise vergeht dieses Gefühl ganz schnell sobald man Unterwasser ist.Maori Wrasse am Great Barrier Reef

Das besondere bei der weiteren Ausbildung ist, dass man nicht nur tiefer taucht, sondern vor allem auch bei Nacht sich ins Wasser wagt. Eine kleine Mutprobe. Bei Nacht taucht man mit einer Taschenlampe in der Hand und leuchtet sich so selbst den Weg aus. Dabei sieht man die Korallen und Fische in ihren eigentlichen Farben. Untertags verlieren sich die Farben immer mehr in den überhandnehmenden Blautönen je tiefer man geht. Deswegen kann Schnorcheln oft farbenprächtiger sein. Wer aber die Gelegenheit hat nachts zu tauchen – dem kann ich es nur wärmstens Empfehlen.

Abschließend noch ein paar Tipps für euren Tauch-Trip ans Great Barrier Reef:

  • Die Sonne in Australien ist unbarmherzig – man sollt sich also immer gut mit Sonnencreme eincremen. Wichtig ist, eine ohne für das Reef schädliche Inhaltsstoffe zu wählen. Sie sollte keine Oxybenzone, Butylparaben, Octionoxate oder „4-methylbenzylidene Camphor“ enhalten!
  • Im Winter kann es kühl werden, aber ein dünnes Neoprenshirt unter dem Neoprenanzug hält nochmals eine Spur wärmer.
  • Hört euch ein bisschen um, was die Anbieter von Tauchbooten für die Umwelt tun. Oft sind kleine Unternehmen hier engagierter als große.

 

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