Der Potala-Palast – Hoch hinauf zur Heiligkeit

Auf dem „roten Berg“ entstand im 17. Jahrhundert der Potala-Palast. „Der einstige Regierungssitz des Dalai Lama ist das Wahrzeichen Tibets“, sagt Wolfgang. 999 Räume erstrecken sich auf 13 Stockwerken. Es gibt Meditationsräume, Gebetsräume und Grabstätten. Besucher sollten bereits daheim die Führung buchen, „sonst kommt man nicht rein “, weiß der Experte. Auch ein tibetischer Führer ist ratsam und kein chinesischer, betont er weiter. Denn hier wird es tricky: „Die Tibeter bewegen sich aus religiösen Gründen im Uhrzeigersinn um besondere buddhistische Gebäude“, sagt Wolfgang. Chinesische Gruppen würde man demonstrativ entgegengesetzt führen. „Wer sich also solidarisch zeigen will, läuft am besten gleich richtig herum“, sagt er und grinst verschmitzt.

Der Potala Palast in Lhasa
Der Potala Palast in Lhasa

Jokhang Tempel – Spirituell eintauchen

„Im Jokhang Tempel ist das spirituelle Zentrum Lhasas, mitten in der Altstadt“, sagt der Wiener. Weihrauch liegt in der Luft, hier und da dampft es. Im Tempel befindet sich eine der wichtigsten Statuen für die Tibeter, der JowoShakyamuni und viele andere Buddhastatuen, darunter auch in der „Yab-Yum-Pose“. Die männliche Gottheit sitzt dabei im Lotussitz in sexueller Vereinigung mit seiner Gemahlin auf dem Schoß. Wer sich darauf einlassen möchte, kann hier Teil des Ganzen werden, „doch das ist höhere Spiritualität und bewegt sich in geistigen Sphären“.

Barkhor – In Trance laufen

Um den Jokhang führt ein Pilgerweg, der sogenannte „Barkhor“. Tibeter umrunden diesen locker zehn Mal am Tag, dabei werfen sich einige immer wieder auf den Boden, andere drehen ihre Gebetsmühle. „Einfach mitmachen, um ein Gefühl für die Spiritualität zu bekommen“, empfiehlt Wolfgang.

Nechung Tempel – Nippen erlaubt

Im Kloster Nechung saß einst das Staatsorakel. Bei den Befragungen setzte es einen Ritualhut auf und tanzte sich in Trance. „Die Laute aus seinem Mund werden dann vom Dalai Lama und seinen Mönchen interpretiert“, sagt Wolfgang lächelnd. Natürlich darf sich nur die Heiligkeit vom Staatsorakel die Zukunft voraussagen lassen. Beide leben heute in Indien im Exil. „Das Kloster Nechung macht schon einen makabren Eindruck, mit Bildern blutertrinkender Menschen an der Wand“, sagt er über diesen mystischen Ort, „und es riecht wie in einer Schnapsbrennerei“. Schnaps gilt als rituelle Gabe, den die Besucher in riesige Kelche schütten. „Ich glaube der ein oder andere nippt eher daran“, lacht er.

Kloster Ganden – Blick in die Zukunft

„Von hier hat man den schönsten Blick über das Umland“, schwärmt Wolfgang. Das Kloster Ganden ist ca. 45 Minuten von Lhasa entfernt. Der Name bedeutet nach Glück strebend und genügsam sein. „Besonders beeindruckend finde ich die Bronze-Statue von Maitreya, dem zukünftigen Buddha“, sagt der Österreicher. Gemäß der Überlieferung bedeutet seine Ankunft das Ende des Leidens der Welt.

Gebetsfahnen Tibet
Gebetsfahnen

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