Nun bist Du also hier, gerade erst gelandet, im Haneda Flughafen und noch total gejetlagged von dem langen Flug, aber mindestens ebenso aufgeregt. Deine erste Japanreise soll in Tokyo beginnen, aber Du möchtest nicht nur das typisch „verrückte“ Japan erleben, sondern auch ein wenig abseits der Haupttouristenrouten das Land ein wenig authentischer kennenlernen. Zunächst geht es jedoch erst einmal mit der Tokyo Monorail, der Einschienenbahn, hinein in die Stadt. Staunend und ein wenig überwältigt stehst Du am Zugfenster, während die Hochhäuser und meterhohen digitalen Werbetafeln an Dir vorbeiziehen und Du ein wenig das Gefühl hast, Dich in einem Science Fiction – Film zu befinden.

Tokyo Bahnhof

Am Bahnhof in Tokyo

Auch die nächsten Tage steht viel Spannendes auf dem Plan: Du lässt dich von den Touristenmassen mitreißen in die Nakamise Einkaufsstraße in Asakusa, wo Du auch das ein oder andere Japan-Mitbringsel findest, hin zum Sensoji, Tokyos beliebtestem Tempel. Für 100 Yen ziehst Du ein „Omikuji“(Wahrsage)-Stäbchen mit einer Nummer, zu der ein Wahrsagelos dazugehört. Du erhältst „Daikichi“ (Großes Glück), dem Rest deiner Reise kann also nichts mehr im Wege stehen. Da Du Hunger bekommen hast, besuchst Du die Sushi-Kette „Kappa Sushi“, wo Du Dir dein Sushi per Mini-Shinkansen an deinen Essplatz fahren lassen kannst. Auch in den folgenden Tagen bleibt es spannend: Du besuchst Harajuku mit seinen ausgefallenen Mode-Läden, und lässt Dich im Anschluss an den Trubel im Meiji-Schrein mit seinem dazugehörigen Park zur Ruhe kommen. Du hast die Qual der Wahl, Tokyo von oben zu sehen, zwischen dem Tokyo Tower und dem Tokyo Skytree, der mit 634 Metern Höhe Japans höchstes Gebäude ist, und auch die Faszination der Menschenmassen am riesigen  Zebrastreifen in Shibuya lässt Du Dir nicht entgehen.

Der Tokyo Tower und der Tokyo Skytree

An Deinem vierten Tag in Japan jedoch soll es weitergehen: Per Shinkansen, dem Expresszug Japans, fährst Du los, in Richtung Kyoto Bahnhof. Weil Du vorhast, ein wenig ausgiebiger durch Japan zu reisen, hast Du Dir den Japan Rail Pass gekauft, bevor Du nach Japan gekommen bist. Da Inlandsflüge und Shinkansen-Fahrten nach wie vor teuer sind und sich auch ein Mietwagen wegen der Autobahngebühren und der vielen Staus und Geschwindigkeitsbegrenzungen bei weiten Strecken nicht auszahlt, lohnt sich der Japan Rail Pass alle mal, und zwar schon bereits ab zwei Shinkansen-Fahrten. Damit steigst Du also in den Schnellzug, lässt dich gemütlich in einem der geräumigen Sitze nieder und genießt in Ruhe die vorbeiziehende Landschaft. Da der Himmel heute wolkenlos ist, hast Du Glück und kannst sogar einen Blick auf den Fuji erhaschen, während der Zug mit knapp 300 Stundenkilometern an Feldern vorbei und durch Tunnel hindurch braust. Dann bist Du da, am Kyoto Bahnhof mit seiner interessanten modernen Architektur. Etwa drei Tage hast du für Japans alte Hauptstadt (ab 794 n.Chr. bis 1868) eingeplant; du besuchst den Fushimi Inari Taisha, den berühmten Schrein mit seinen mehr als 5000 roten „Torii“ – shintoistischen Toren, und lässt natürlich weder den Ginkakuji (auch: Silberner Pavillion), noch den Kinkakuji Tempel (Goldener Pavillion) aus, der sich schimmernd und majestätisch über den traditionell angelegten japanischen Garten erhebt. Außerdem möchtest Du auch etwas ganz Besonderes machen, nämlich einen Nachmittag als „Geisha“ oder „Maiko“ (so werden die Geisha in Ausbildung genannt) in Kyotos traditionellem Gion-Viertel verbringen. Zum Glück gibt es inzwischen einige Geschäfte, die diesen Service auf Englisch anbieten, zum Beispiel hier.

Fushimi Inari Taisha

Du hast auch vor, noch ein wenig die Städte Nara und Osaka zu besuchen, die nur eine kurze Zugfahrt entfernt liegen. Bevor Du aufbrichst, möchtest Du Dir aber eines nicht entgehen lassen: Das Matcha Maruto Parfait im Nakamura Tokichi-Laden im Kyoto Bahnhof (Kyoto Isetan, 3. Stock), schließlich ist Kyoto berühmt für den intensiv grünen (und äußerst gesunden) grünen Tee und bietet Unmengen an Süßigkeiten und Kuchen mit dessen süßlich-bitteren Geschmack an, – das Parfait ist also nur eines davon. Nachdem Du Dich selbst aus dem Laden rollen musst, steigst Du in den Zug nach Nara, wo Du einen kurzen Abstecher zum Todaiji-Tempel mit seiner riesigen (immerhin ganze 15 Meter hohe) bronzenen Buddha-Statue, und seinen vielen Rehen, die auf dem Tempelgelände frei herumlaufen, und die sich geduldig fotografieren lassen oder aber ganz frech auf der Suche nach etwas Essbarem versuchen deine Tasche anzuknabbern. Am späten Nachmittag geht es für Dich dann noch nach Osaka, wo Du die bunt leuchtende Ladendeko bestaunst und Osakas Spezialitäten, Takoyaki (Oktopusbällchen) sowie Okonomiyaki probierst, und zwar in einem der vielen Imbisse, wo der „japanische Pfannkuchen“ auf einer großen Herdplatte direkt vor deinen Augen zubereitet wird!

Schreininsel mit Blick auf das Rote Tor in Hiroshima

Am folgenden Tag, inzwischen bist Du bereits etwas mehr als eine Woche in Japan, verlässt Du die Kansai-Gegend und fährst weiter nach Hiroshima. Auf deinem Plan stehen zwei berühmte Weltkulturerbe-Highlights: Einmal wäre da die Atombombenkuppel, deren Überreste traurig in Hiroshimas Innenstadt an den Atombombenangriff auf Japan 1945 und an die unabdingbare Wichtigkeit des Friedens erinnern. Dann wäre dann noch Miyajima, wörtlich die „Schrein-Insel“, eine kleine Insel, zu der Du per zehnminütiger Fahrt mit der Fähre hinübergelangen kannst. Die Hauptattraktion der Insel ist der Itsukushima-Schrein direkt am Meer, dessen rotes Tor bei Flut von Wellen umspült wird und zu den drei schönsten Aussichtsen Japans zählt. Der Schrein ist auch sehr beliebt für Hochzeiten, wenn Du Glück hast, siehst Du dort also vielleicht sogar ein japanisches Brautpaar im traditionellen Kimono. Weitere Sehenswürdigkeiten der Insel sind Mt. Misen, der gut mit der Seilbahn zu erriechen ist und eine spektakuläre Aussicht über das Meer und Hiroshima in der Ferne bietet, sowie wieder viele zahme frei herumlaufende Rehe. Bevor Du Dich von der Insel verabschiedest, bist Du mutig und probierst die Spezialität der Gegend, nämlich Anago, gegrillten Meeresaal, auf Reis. Schmeckt sogar viel besser, als Du dachtest.

 

beppu jigoku onsen

Dann geht es auch schon weiter, in die letzte Präfektur deine Japan-Reise: Oita auf Kyushu, eine Präfektur, die ganz im Süden Japans liegt und die eine der berühmtesten Orte für Onsen, – also heiße Quellen, ist. Bei den Recherchen zu deiner Reise bist du zufällig auf diesen lustigen Youtube-Clip mit Japans Synchronschwimmer-Team gestoßen, mit dem Oita für seine Onsen wirbt. Bevor es für Dich ans entspannende Baden geht, fährst Du aber zunächst nach Beppu, um dort die acht „Jigoku“ (Höllen-) Onsen zu besuchen, die, wie der Name schon andeutet, höllisch heiß vor sich hinbrodeln und mit ihren verschiedenen Farben (von türkisblau bis blutrot) faszinieren. Am späten Nachmittag geht es dann endlich ins heiß ersähnte Nass: Du hast die Qual der Wahl bei den Unmengen an Badehäusern in der Gegend, entscheidest Dich jedoch schließlich für die Badelandschaft auf den Dächern des Suginoi Hotels. Diese schlägt mit 2200 Yen Eintritt zwar ordentlich zu Buche, bietet dafür aber verschieden Becken mit unterschiedlichen Mineralien sowie eine atemberaubende Aussicht über Beppu.

Nach knapp zwei Wochen fliegst du am folgenden Tag nach Tokyo zurück, um ein wenig schweren Herzens, aber mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck, die Heimreise anzutreten. Eines weißt du sicher: Nach Japan kommst du auf alle Fälle wieder!

 

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