Foto von rconvertini/Flickr

Wer auf Rundreise durch Namibia ist, hat in den meisten Fällen nicht viel mehr als 24 Stunden, um die kleine Küstenstadt in Namibia zu erkunden. Ein den Einheimischen ist Swakopmund ebenso beliebt wie bei Touristen. Beide schätzen die schöne Architektur der Häuser, die der Stadt zu einem besonderen Flair verhelfen und das direkt zugängliche Meer. Namibier lieben außerdem die kühle Atlantikluft, die einem hier tagtäglich um die Nase weht. Wer direkt aus der Namibwüste, der ältesten Wüste der Welt, hierher kommt wird es kaum glauben. Nun haben sich die lange Jeans und der Pullover im Gepäck doch rentiert. Nur die Flipflops lassen wir bei unserem Besuch an, ein bisschen afrikanische Sommerstimmung muss doch sein.

Swakopmund kann man gut selbst zu Fuß erkunden, die meisten Sehenswürdigkeiten liegen kaum mehr als ein paar Minuten voneinander entfernt.

In Swakopmund gibt es viele historische Gebäude aus alten Zeiten zu bestaunen, und auch moderne Schilder in deutscher Sprache lassen einen kaum aus dem Staunen herauskommen. Zwischen Schildern, die auf den Kindergarten, die Physiotherapie und eine Goldschmiede hinweisen fühlt man sie wie in einem deutschen Städtchen an der Ostsee. Und das Mitten in Afrika.

Wer sich ein paar Stunden Zeit nimmt, kann problemlos einen Stadtspaziergang mit Shopping, Museum und einem Kaffee mit Schwarzwälder-Kirschtorte verbinden.

Foto von Ana-Raquel-S.-Hernandes/Flickr

Swakopmund Museum am Leuchtturm

„ Deutsches Museum“ nennt man es lieber nicht mehr, hinschauen zahlt sich trotzdem aus. Die Sammlungen alter Schriften, Bilder aus der Kolonialzeit und konservierte Tiere sind sehenswert – auch wenn es leider etwas eingestaubt ist. Wer sich vorstellen möchte, wie man früher hier gewohnt hat bekommt einen guten Einblick, denn einige Zimmer aus früheren Zeiten sind nachgebaut. Unter anderem auch die Ordination eines Zahnarztes.

Altes Gefängnis

Hier kommt man früher oder später meist ohnehin vorbei und nein – es ist zwar alt, aber immer noch ein Gefängnis. Der schöne Kolonialbau aus dem Jahre 1909 von Heinrich Bause ist trotzdem ein Foto wert.

Martin Luther

„Hier steh ich. Ich kann nicht anders“ hat Martin Luther mal gesagt. Also, der echte Reformator. Der nach ihm benannte Martin Luther in Namibia hätte dies sicherlich auch gesagt, wenn er sprechen könnte. Kann er aber nicht, denn Martin Luther in Swakopmund ist eine Dampflokomotive. Dem Besitzer wurde bereits bei der ersten Fahr klar, dass die herkömmlichen Ochsenmobile wohl doch die besser und wassersparende Option gewesen wären… und seitdem steht sie nun hier am Stadtrand.

Das Restaurant Jetty 1905 liegt am Ende des Piers

Essen & Trinken

In der kleinen Stadt gibt es eine Vielzahl an Restaurants, Bars, Cafés und Pubs. Wer Lust auf italienische Pizza hat, wird hier ebenso fündig wie jemand auf der Suche nach portugiesischer Küche (Angola, das Nachbarland im Norden war übrigens früher eine portugiesische Kolonie).

Auch hier stößt man auf viele deutschen Wörter und Speisen, so sind Brötchen zum Beispiel ein ganz normales Wort für Namibier.

Tug

Das Fischlokal ist bei Einheimischen und Touristen beliebt, am besten reserviert man einen Tisch. Das Lokal ist nicht zu übersehen – es wurde in ein altes Schiffswrack hineingebaut und sorgt für Aufsehen (und tolles Flair!).

Jetty 1905

Direkt nebenan, nur einige Meter am Pier raus aufs offene Meer befindet sich das noble Restaurant Jetty 1905. Reservieren ist eine gute Idee und geschlossene Schuhe eine Bedingung für die Bewirtung.   

Fish Deli

Sushi in Afrika? Oh ja, bitte. Zumindest wenn es so frisch ist wie im unkomplizierten Fish Deli.

Kucki’s Pub

Ist eine wahre Institution in Swakopmund beliebt zum Essen – und Trinken. Die urige Atmosphäre und die umfangreiche Speisekarte (Wild bis Fisch) sind beliebt, die Preise dementsprechend gehoben.

Swakopmund Brauhaus

Namibianisches Bier schmeckt vorzüglich und wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Einheimische finden es schmeckt sogar besser als deutsches Bier, weil sie ihr Reinheitsgebot keinen EU-Richtlinien nach anpassen haben müssen.

Foto von Keijo Knutas/Flickr

Shopping

Kirikara Crafts & Arts

Claudia hat ein Gespür für schöne, afrikanische Gegenstände und weiß welche Teppiche Europäern gefallen. Diese werden teils direkt im Geschäft am Watertower gewebt. Auch wenn man keins dieser Meisterwerke aus Karakul-Wolle erstehen möchte, lohnt sich ein Blick in den Shop.

Oscar & Olive

Die schönste, modernste Boutique, die mir in ganz Namibia untergekommen ist. Hier gibt es schöne Ledergürtel, Taschen, Kleider und Schuhe.

Peter’s Antiques

Alte und noch ältere Gegenstände aus ganz Afrika. Wie ein Museumsbesuch, nur wenn man Lust und Geld hat auch zum Mitnehmen.

Hermann Schier Vellies

Die weichen Lederschuhe aus Kuduleder sind bei Farmarbeitern beliebt. Seitdem sie einen Auftritt auf der New York Fashion Week hatten, werden sie auch in den USA gut verkauft – zum fünffachen Preis wie hier in der Fabrik.

Outdoor

Ob Shopping oder nicht, langweiligen wird einem hier nicht so schnell. Denn in Swakopmund gibt es ein großes Angebot an buchbaren Aktivitäten. Die meisten finden in der unweit entfernten Wüste in den Dünen statt, wie zB Paragleiten, Sandboarding oder auch 4 Wheel-Drives.

Welwitschia Scenic Drive

Welwitschia ist eine nicht wahnsinnig hübsche Pflanze, benannt nach ihrem österreichischen Entdecker Dr.  Friedrich Welwitschia. Sie gilt als lebendes Fossil und wird mehrere hundert Jahre alt – obwohl sie nur ein einziges Blattpaar besitzt.

The Small Five

Statt den Big Five, gibt es hier die kleinen Tierchen in der Wüste zu entdecken. Nämlich jene, die man selbst gar nicht sehen würde, den Wüstengecko, die beinlose Echse oder die seitwärts schlängelnde Otter. Auch faszinieren ist die „tanzende weiße Dame“, eine Spinne die um ihrem Feind zu entkommen ein Rad schlägt und sich über die Wüstendünen nach unten stürzt.

Quad-Touren in der Wüste

Wer noch nicht genug von Schotterpisten hat und mehr Sand unter den Rädern fühlen will, ist hier genau richtig. Mit Helm und Quad geht’s in Kleingruppen ab in die Wüste.

 

Unterkunft-Tipp der Autorin

Wir sind im städtischen The Delight Hotel abgestiegen, das durch sein besonderes Design auffällt. Außerdem wartet es mit einem genialem Frühstücksbuffet (Austern und Sekt!) auf, und bietet Annehmlichkeiten wie eine Espressomaschine im Zimmer.

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